Tag 25: Quarteira
Heute hieß es laut komoot Asphalt schrubben. Spoiler: Hat nicht ganz geklappt!
Als erstes wollte ich mir eigentlich den Fußgängertunnel zum Strand anschauen, aber da wieder mal eine Straße gesperrt war, hätte ich zurück und einen Umweg gehen müssen und dazu hatte ich echt keine Lust!
Die erste Strecke bin ich direkt am Strand gelaufen, leider nicht sehr lang. Dann ging es wirklich kilometerweit eine Straße entlang mit wahlweise Auto- und/oder Baustellenlärm. Naja, ich war ja mental schon drauf eingestellt und bin einfach stoisch dort lang gelatscht. Irgendwann ging es immerhin auf eine Nebenstraße.
Bis - Überraschung - durch eine Baustelle die Straße gesperrt war! Kein Durchkommen...
Wieder auf die Hauptstraße zu wechseln wäre jetzt ein echter Umweg geworden, also hab ich mich erstmal hingesetzt, was getrunken und dann recherchiert.
Hier ging nämlich auch ein Sandweg Richtung Strand und auf dem Satellit sah es so aus, als könne man am Strand weitergehen. Auch keine Flussmündung zu sehen oder so.
Also dem Weg gefolgt und siehe da - perfekter Strand! Sogar wieder wunderschön mit seinen Klippen aus rotem und weißem Gestein - und ich durfte die mal von unten angucken.
In beide Richtungen waren auch Spaziergänger unterwegs, so dass ich wirklich Hoffnung hatte, einfach durchzulaufen. (Die komoot Sprachansage hab ich dann erstmal ausgeschaltet).
Hat tatsächlich auch geklappt und als ich so langsam die Hafenmole von Quarteira näherkommen sah, wurde es nach 3 1/2 Stunden Zeit für eine Pause.
Inzwischen hab ich auch eine Scheuerstelle am rechten Fuß bemerkt, durch den abschüssigen Strand ist das auf einmal eine ganz andere Belastung.
Zu sehen war allerdings (noch) nichts. Zur Vorsicht hab ich allerdings lieber getaped und bis jetzt ist auch noch keine richtige Blase draus geworden.
Die letzten Kilometer musste ich dann wieder über die Straße, weil es hier ein großes Hafengebiet gibt und ich außerdem mein Zimmer am anderen Ende vom Ort gebucht hatte. Bin aber froh, das nicht morgen zu Beginn latschen zu müssen.
Der Tagesabschluss wurde mit Burger, Pommes und Cola gefeiert, in einer kleinen Bar, wo niemand (außer einem Gast) Englisch sprach - sehr sympathisch!
Mein letztes Hotelzimmer in einem Business-Hotel an der Hauptstraße ist zur Abwechslung mal riesengroß und hat drei Betten (und ein total schickes Bad). Vom Fenster aus kann ich bis in die Hügel nach Loulé sehen, wo ich vor drei Wochen losgelaufen bin und schwanke etwas zwischen Wehmut und Erleichterung. Mal sehen wie das morgen am letzten Tag wird 😊
Tag 26: Faro
Letzter Tag 😭
Heute steht halb Sandstrand, halb Lagune an, mal schaun mal schaun...
Ich bin früh wach und kann von meinem Fenster aus sogar den Sonnenaufgang beobachten.
Das Frühstück im Business-Hotel war super und los geht es. Im Supermercado noch Wasser und Proviant geholt und dann an den Strand. Der Plan ist, erstmal die Schuhe anzulassen und kurz vorm Wechsel ins Lagunengebiet Pause mit Wassertest zu machen. Spoiler: hat nicht geklappt!
Ich hab zwar extra nochmal auf den Satellit geguckt wegen Flussmündungen und so, aber nix gesehen.
Eine Art Lagune befindet sich direkt hinter dem Strand, ist aber abgetrennt und das Wasser sickert wieder durch den Sand ins Meer.
Kurz vor einem Golfplatz (perfekte Sportart für ein Dürregebiet) fließt ein größerer Bach ins Meer. Leider kann ich nicht auf die Ebbe warten. Erst laufe ich ein Stück hin und her, aber so richtig geht nix.
An der schmalsten Stelle will ich es trotzdem probieren (warum ich so hartnäckig die Schuhe anbehalten wollte, weiß ich jetzt auch nicht mehr).
Und natürlich klappt es nicht. Die Stöcke sinken zu tief ein und ich patsche mit einem Schuh voll ins Wasser. Damit beide mindestens gleich nass sind, latsch ich mit dem anderen auch noch rein!
Naja, noch 12 km vor mich hin quotschen will ich auch nicht, also alles ausziehen und schön am Rucksack festbinden.
Und siehe da - es lässt sich super barfuß mit Rucksack laufen, herrlich....
Bald bin ich bis über die Knie nass und zippe die Hose ab, damit sie auch hinten am Rucksack trocknen kann.
Es ist einfach nur mega!!! Genau der richtige Abschied vom Atlantik.
Eigentlich will ich sogar bis Faro am Strand durchlaufen, aber nach meiner Pause sind Hose und Schuhe wieder trocken und ich bin kurz vor einem Abzweig auf den Lagunenweg.
Also dort entlang. Da steht allerdings die Hitze, der Weg zieht sich ewig und ich bin wieder einmal froh um meinen Sunhoodie. Bestes Teil ever!
Dafür lege ich jetzt einen Zahn zu und bin fast eine Stunde vor Check-in in Faro. Da es im Hostel wohl mit den Steckdosen nicht so weit her sein soll, ich aus der Sonne raus will und direkt am Flughafen vorbeikomme, setzte ich mich einfach in die Departure-Halle an ein Ladeterminal und genieße Strom und Klimaanlage.
(Und natürlich gibt es später kein Problem mit den Steckdosen...)
Das Hostel ist eigentlich super, wenn man nicht immer die Duschen so spartanisch mit Ablageflächen ausstatten würde 🙄
Dann noch schnell was einkaufen und essen und jetzt früh ins Bett, um kurz nach drei klingelt der Wecker und dann muss nur noch alles glatt gehen mit der Heimreise.
Tag 27: Abreise und Fazit
Um 06.20h ging der Flug. Die Nacht war logischerweise kurz und ich entsprechend kaputt.
Immerhin hat mit Flug und Zug alles gut geklappt und der Tag in Köln war auch schön mit Treffen von Tochter&Freund (abends) und "alter" Freundin (morgens).
Und freue mich auf etwas Erholung von dem ganzen Organisieren und einen gut gefüllten Kühlschrank und mehr Klamottenauswahl als vier Wochen Wanderhose.
Aber sonst war es toll! Die Weite im Hinterland, die "wilde" Westküste und die etwas "lieblichere" Südküste.
Natürlich sind viele Leute unterwegs aber abseits der Spots war man auch oft für sich alleine.
Kritisch fande ich den Umgang mit Wasser.
Die Algarve ist ein Gebiet, welches sehr unter Dürre leidet. Das Trinkwasser ist aufgrund des hohen Chlorgehaltes kaum genießbar und so wird der Bedarf mit Plastikflaschen gedeckt - und erst jetzt wird ein Pfandsystem eingeführt.
Immerhin gibt es an den Straßen sehr großzügig verteilt ein in den Boden eingelassenes Mülltrennungssystem.
Dazu wird weiterhin an der Küste exzessiv gebaut, obwohl viele Gegenden jetzt schon unter Overtourism leiden. Ob die Kläranlagen ebenso mit wachsen? Keine Ahnung...
In jedem Hotel gibt es Aufkleber, dass man Wasser sparen soll. Und auf der anderen Seite soll der wasserintensive Avocado-Anbau vervielfacht werden.
Die Stauseen werden immer leerer und ich weiß nicht, wie es in ein paar Jahren dort aussehen wird.
Auch ich als Wanderin bin leider ein Teil des Problems, da ich ja meist nur eine Nacht an einem Ort bin und jedesmal das Zimmer aufbereitet werden muss.
Viel zum Nachdenken....
Jetzt erstmal Zuhause ankommen und sacken lassen.
Am meisten Angst hatte ich unterwegs übrigens um mein Handy. Vom Flug über Unterkunft bis Bezahlen hängt alles dran - Wahnsinn!