Beiträge von Cross Hammock

    Da dieser Sommer regenreich ist und leider auch zu bleiben verspricht, muss ich mir für die kommende Bikepackingtour nach Dänemark über den Regenschutz für meinen Brooks-Ledersattel Gedanken machen. Der schon um einen Klettriemen erleichterte Originalbezug wiegt 30 g.

    Da müsste was gehen. Ich habe mich entschlossen, den Bezug aus DCF nachzubauen. Da sich mir das Schnittmuster nicht erschlossen hat, musste ich ihn teilweise auftrennen und am Ende wieder zusammennähen.


    So sieht das Pattern - hier schon auf DCF übertragen - aus.


    Ich habe alle Nähte mit 9 mm-Band geklebt.

    In dem äußeren Kanal läuft ein Gummiband, für das ich 2-mm-Material genommen habe.

    Am Ende kommt der spannende Moment: was wiegt das Ganze?

    Und siehe da, herausgekommen ist eine Hülle, die 4 g wiegt und sicherlich dichter ist als das PU-beschichtete Original.

    So geht Ultraleicht!

    Für meine kürzliche Bikepacking-Tour an der Ostseeküste habe ich mir - inspiriert durch einen Hinweis von Schwarzwaldine - ein Paar Klickpedal-Sandalen von Shimano gekauft. Ich trage im Sommer eigentlich immer Sandalen, wusste aber nicht, dass es die auch für das SPD-Klick-System von Shimano gibt. Umso gespannter war ich, als die Dinger gerade noch rechtzeitig eintrafen. Die Enttäuschung war dann aber groß, denn die Klettbänder waren viel zu kurz und hielten nur gerade so auf wenigen Millimetern. Wer hat nur diesen Schrott designt?

    Im ersten Reflex wollte ich das Paar sofort zurückschicken, doch schließlich hat mich mein MYOG-Instinkt davon abgehalten - zum Glück. Auf der Tour musste ich die Sandalen aber zunächst so, wie sie waren, tragen und habe gemerkt, dass sie mir - von dem Befestigungsschlamassel einmal abgesehen - ziemlich gut passen und gefallen. Doch so wie sie waren, konnten sie nicht bleiben.

    Also wurden zunächst die Klettbänder abgetrennt.

    Nachdem die Fäden entfernt waren, ...

    ... habe ich die Fehlkonstruktion noch mal auf mich wirken lassen, um dann an der Nähmaschine zur Tat zu schreiten.

    In meinem Material-Fundus habe ich ein passendes Stück Cordura gefunden. Es stammt noch aus den 1980er Jahren von meinen ersten selbst genähten Fahrradtaschen.

    Streifen davon habe ich als Verlängerung zwischen Klett- und Flauschband eingenäht. Da das Material ziemlich dick aufträgt, ist es dabei sinnvoll, am Nahtanfang hinten ein Klötzchen unterzulegen, damit der Nähfuß nicht schief steht und der Nahtanfang gelingt. Das ist übrigens auch beim Nähen von Gurtband wichtig.

    Nach gelungener Reparatur schließen die Klettbänder jetzt so, wie es sein sollte. Ich bin froh, dass ich die Sandalen behalten und nicht retourniert habe. Inzwischen sind sie in meiner Größe auch nirgends mehr lieferbar. Vielleicht könnte man für vergleichbare Aktionen eine eigene Unter-Rubrik "Reparatur" aufmachen, was meint ihr?

    fatrat Danke, aber ich finde das eigentlich keinen Nachteil von Ultra. Der Stoff ist corduraähnlich rau, gefällt mir ganz gut. Aber der absolute Hammer des neuen Materials sind die Festigkeitswerte. Gut wäre natürlich auch, wenn die Beschichtung besser hält, als das Capere von Ultra berichtet hat. Ich selber kann mich allerdings diesbezüglich nicht beschweren, weil mein Rucksack aus Ultra 100 seit zwei Jahren dicht ist - auch an den Wickelstellen.

    Ich habe schon viele Schlafsäcke und Quilts genäht und weiß daher, dass man dafür mindestens 4,5 m (bei einer Stoffbreite von 1,50 m) benötigt. Für mein einwandiges Kuppelzelt aus DCF habe ich 7,5 m Stoff gebraucht. Eine Zeltbehausung aus 3 m Material ist vor dem Hintergrund dieser Erfahrungswerte nicht zu realisieren. Warum also sollte man für eine solche Aufgabe seinen Grips anstrengen?

    Hier wären zwei Fotos von links und rechts, auf denen man sieht, wie die Tasche an den Aeros befestigt ist. Auf dem ersten Bild sieht man, dass die Tasche mit Klickverschlüssen auch noch die beiden Taschen mit den Flaschen stabilisiert. Auf eine weitere Befestigung am Lenker habe ich verzichtet.

    Sauber! gibt es einen Grund, dass Du die Tasche quer und nicht längs unter den Aerobars befestigt hast? Aerodynamisch wäre Letzteres doch vorteilhafter?

    Ich habe bei der Konzeption zugegebenermaßen zuerst an die praktische Nutzung der Tasche gedacht. Deshalb habe ich die vorgegebenen 32 cm Breite zwischen den Griffen und die 16 cm Tiefe durch die Aerobars voll ausgenutzt. Mit 25 cm Höhe ist auch noch genug Abstand nach unten zum Vorderrad. Die Tasche ist damit dem Bereich der Hüften, auf den der Fahrtwind trifft, genau vorgelagert. Natürlich hätte ich die Tasche auch kleiner ausführen können, wie z.B. Cyclite das mit seiner als Raumwunder angepriesenen 4,9 Liter-Tasche gemacht hat. Aber die ist bei gleichem Gewicht eben nur ein Drittel so groß wie meine - ein Witz, wie ich finde - und keine wirkliche Lösung des Platzproblems beim Bikepacking.

    Am letzten Wochenende habe ich mit einem Freund eine Bikepackingtour von Wismar nach Stralsund entlang der Ostseeküste unternommen, die ich nur empfehlen kann und hier kurz vorstellen will. Mit dabei war natürlich die neue Tasche an den Aerobars, die für mich alle Platzprobleme beim Bikepacking gelöst und sich absolut bewährt hat.

    Da wir bei knapp 200 km und etlichen geplanten Strand-Schiebe-Abschnitten nicht unter Zeitdruck kommen wollten, sind wir 4:30 mit dem ersten Zug nach Wismar gefahren und konnten dort 3 Stunden später immer noch recht früh am Tag starten.

    Die ersten Kilometer ging es noch über Land, ohne Wasserkontakt.

    Zwischen Poel und Wustrow zeigte sich dann erstmals die Küste.

    Dann kommt Rerik in Sicht. Dort endet das Salzhaff und die Ostsee beginnt. Ab jetzt geht es immer am Wasser entlang.

    Hier führt der Weg durch den Gespensterwald, ...

    ... einen bis ans Meer reichenden Buchenwald, in den der Sonnenuntergang gespenstische Schatten zaubert. Den haben wir dort aber nicht erlebt.

    In Rostock mussten wir unter einem monströsen Kreuzfahrschiff, das man noch 20km später sehen konnte, die Warnow überqueren.

    In Markgrafenheide ging es dann runter an den Strand, weil wir nicht ins Landesinnere abbiegen wollten.

    Auf dieser Strecke waren nur sehr wenige Leute unterwegs - anders als an vielen anderen Abschnitten.

    Hier ließen wir natürlich nicht die Gelegenheit verstreichen, ins Wasser zu hüpfen.

    Dann geht es aufs Fischland, hier mit dem höchsten Punkt, der ganze 18 Meter aus dem Meer ragt. Anschließend stellte sich die Frage nach dem Schlafplatz. Da dort oben alles Nationalpark ist, haben wir uns dafür entschieden, auf die Boddenseite zu wechseln und nach 110 km in Born einen auch für Hängematten sehr zu empfehlenden Campingplatz gefunden.

    Da besonders die geschobenen fünf Kilometer am Strand an den Kräften gezehrt hatten, habe ich - frisch geduscht - 11 Stunden am Stück geschlafen.

    Gestern Morgen ging es weiter an den Nordstrand bei Prerow, den wir so ziemlich für uns alleine hatten. Dort versagte für den Rest des Tages das Handy seinen Dienst, deshalb gibt es von der restlichen Strecke bis Stralsund keine Bilder mehr. Abends ging es dann mit dem Zug wieder nach Hause. Fazit: Bikepacking Rocks!

    Um den manchmal recht beschränkten Platz beim Bikepacken zu erweitern, habe ich mich entschlossen, die um den Dropbar geklettete (und schlecht zugängliche) Lenkerrolle durch eine Tasche mit Reißverschluss zu ersetzen. Als Material habe ich wieder das bewährte 180g-DCF genommen, aus dem meine anderen Taschen auch alle gefertigt sind. Leider gibt es das bei Extex nicht mehr zu kaufen. Den Schnitt habe ich, um möglichst wenige Nähte zu erhalten, aus einem Stück erstellt und natürlich exakt auf meine Aerobars und den Lenker zugeschnitten.

    Als erstes wird der Reißverschluss eingenäht.

    So sieht das von innen aus. Beim Anzeichnen der Flächen und Nahtzugaben ist es von Vorteil, wenn man auf den Millimeter genau arbeitet.

    Außen bekommt die Tasche an drei Seiten aufgesetzte Taschen aus elastischem Dyneema/Nylon-Ripstop. Das Material ist zwar weniger dehnbar als anderes Stretch-Mesh, aber dafür unverwüstlich. Die Außentaschen habe ich zunächst auf Pappe gezeichnet, ...

    ... dann auf das Mesh übertragen, in einem Stück ausgeschnitten und schließlich vor dem Zusammennähen auf die Tasche gesteppt.

    Erst dann habe ich die Tasche auf links zusammengenäht.

    Anschließend habe ich alle Nähte mit 18er DCF-Streifen versiegelt. Meiner Erfahrung nach ist es dafür übrigens nicht nötig, alle Flächen mit Alkohol zu reinigen.

    Danach ist die Tasche (bis auf den nur wasserabweisenden Zipper) absolut wasserdicht und wird gewendet.

    Etwas Kopfzerbrechen hat mir die Befestigung an den Aerobars gemacht. Mit den üblicherweise verwendeten Klettlösungen bin ich mittlerweile immer unzufriedener und habe deshalb extra starke Zelt-Druckknöpfe verwendet. Das hat sich auf der letzten Tour, von der ich demnächst berichten werde, als absolut praktikabel herausgestellt.

    Da die Tasche noch zwei D-Ringe hat, kann man sie auch als ganz normale Umhängetasche benutzen. Sie wiegt bei 14 Litern Fassungsvermögen (plus Außentaschen) mit Gurt nur 220 g. Sie ist damit die perfekte Ergänzung zu meinem übrigen Packtaschen-Set.

    Das Problem habe ich auch schon oft gehabt, und leider kenne ich keinen Fuß, der für die dicken Outdoorstoffe funktioniert. Ich würde dir aber empfehlen, kein Gurtband, sondern Einfassband zu nehmen, das es bei Extex in verschiedenen Breiten zu kaufen gibt. Einfach mit Wonderclips fixieren und dann nähen, funktioniert bei mir gut.

    Als Resteverwertung von meinem Zeltprojekt aus DCF eVent hatte ich mir schon vor Jahren eine Regenjacke aus diesem Material angefertigt. Leider (dummerweise) war ich damals 'besessen' vom (UL-)Gedanken, sowenig Nähte wie möglich zu produzieren und habe die sechs Teile (Ärmel, Vorderteile, Rückenteil, Kapuze) so auf die zur Verfügung stehenden Stoffreste gezeichnet, dass jedes Teil ohne Binnennaht auskommt. Dass das bei meiner Konfektionsgröße nicht ganz aufgehen konnte, habe ich mir schöngeredet - und musste dann im Ergebnis feststellen, dass die Jacke etwas zu klein ausgefallen ist. Sie spannt vorn und unter den Achseln und ist am Rücken und den Ärmeln etwas zu kurz.

    Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass dieses Material so etwas wie Goldstaub ist, weil es trotz seiner erwiesenermaßen überragenden Eigenschaften nicht mehr produziert wird.

    Nach langem Überlegen habe ich mich entschieden, die Jacke umzuschneidern. Dazu musste ich den Zipper raustrennen, Ärmel, Rücken und Seitenteile verlängern und Einsätze unter den Achseln anbringen.

    Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Die Jacke passt jetzt und ich muss nur noch überlegen, ob ich die aufgetrennten und neuen Nähte noch mal abdichte.

    Momentan habe ich das nicht vor, weil ich mit einer 60er Nadel gearbeitet und Nylongarn mit Baumwollkern benutzt habe. Die Jacke wiegt jetzt 98g, statt vorher 80g.