Beiträge von wilbo

    Man kann das ja mal bei starkem Wind auf der Wiese um die Ecke mit dicken, steifen Lederhandschuhen "simulieren"

    Bei uns um die Ecke gibt es ein freies, etwas höher gelegenes Feld, was dem Wind gut ausgesetzt ist.
    Dort habe ich bisher meine „Sturm“-Aufbauten gemacht.

    Immer wenn ein wenig mehr angesagt war, und ich mit meinem Krempel dort auf ein Extrem hoffte, waren es am Ende auf Bodenhöhe 2 bis 3 Windstärken weniger.

    Seitdem bin ich gegenüber irgendwelchen Ansagen, dass der Wind laut Vorhersage soundsoviel Bft hatte, sehr skeptisch.

    Es würde die Kondensation theoretisch unter fast allen Umständen eliminieren, indem es sicherstellt, dass die Luftfeuchtigkeit im Inneren nie den Taupunkt erreicht.

    Damit das funktioniert, müsste die Temperatur im Biwaksack deutlich höher als die Umgebungstemperatur sein. Die Luftfeuchtigkeit muss ja in der Luft gebunden bleiben, damit sie bestenfalls abgelüftet werden kann. (Aber eigentlich möchte ich die Wärme ja im Schlafsystem haben, nicht drumherum.) :(
    Und was passiert, wenn die Luft, die ich hineinblase, eine ähnliche Feuchtigkeitssättigung hat, wie die im Bivy?

    Außerdem kann man sie alle alleine auch bei viel Wind ohne große Probleme aufstellen.

    Ich habe einmal ein Tarra alleine im aufkommendem Sturm aufgebaut. Das war im Oktober auf einer Schäreninsel, also auf Fels.
    Wenn es um Zeltaufbau auf Fels ging, sagte ich vorher, „Na, dann suche ich mir halt ein paar Steine“.

    Die ersten ca. 10 Kilo Steine haben die Sturmabspannungen locker weg-geruckelt. Am Ende habe ich Brocken geschleppt, die ich gerade noch so anheben konnte.
    Normalerweise dauert der Aufbau vom Tarra ca. 5 Minuten und braucht 4 Heringe. Bis ich alle wesentlichen Abspannpunkte am Boden hatte, hat es über 20 Minuten gedauert und war vom Starkwind so unterkühlt, dass das Zähneklappern anfing.
    Draußen hatte es ungefähr +5 Grad. Als ich mir später zu Hause die Windchill-Tabelle angeschaute, wurde mir einiges klar ...

    Es wurden zwei sehr interessante Tage auf dieser Insel. ;)

    VG. -wilbo-

    Das sollte ja unter einem Tarp das selbe Problem sein, oder?

    Genau, sobald kein Wind geht, hängt bei mir unterm »gut belüfteten« Tarp genauso viel Kondenswasser wie im »schlecht belüftetem« Zelt.

    Für mich ist die Lösung reichlich Abstand zum Fly und ein vernünftiger Abfluss für das Kondenswasser. Also bestenfalls nicht in die Bodenwanne. ;)
    Beim Bivy bedeutet dies für mich, den Schnitt mit einer gewissen Großzügigkeit zu gestalten. Wie schon erwähnt, sollte möglichst nicht zusätzlich in den Bivy rein geatmet werden.
    Sobald die Atmungsaktivität vom Material nicht mehr ausreicht, wird es mehr oder weniger Kondenswasser geben. Dann würde ich beim Schlafsystem wahrscheinlich lieber Apex statt Daune verwenden.
    Wenn das nicht zu warm ist, vielleicht sogar eine Kombi von beidem, innen Daune, außen Apex.

    Wind ist bei nassen Tarps / Zelten ein Faktor, der zu einer schnelleren Trocknung der Oberflächen führt. Das kann ich natürlich ebenfalls beobachten.

    Mir geht es hier vorrangig um Situationen, bei denen der Taupunkt unterschritten wird. In diesem Szenario ist auch der Wind mit Feuchtigkeit gesättigt und die Trocknung bleibt aus. Im Gegenteil, bei solchen Witterungsverhältnissen wird mit Wind schnell alles klitschnass.

    Es wird ja immer gehofft, dass auch ohne Wind die Kondensation an den Zeltwänden verhindert werden kann. Und da sind meine Erfahrungen eben eindeutig, dass die beste „Lüftung“ nichts bringt.

    Es sei denn, ich schaffe ein eigenes Mikroklima wie mit einem Ofen oder einer Feuerstelle.

    Dieses Shelter kenne ich nicht, aber ich würde dezidiert der Aussage widersprechen, dass Lüftung nichts bringt.

    Beim Lavvu ist oben die komplette Spitze offen oder teilweise abgedeckt.

    Ich habe nicht gesagt, dass die Lüftung nix bringt, sondern nur gegen Kondensation nicht hilft. ;)

    Moin!

    Zweitens wüsste ich gerade nicht welche Entscheidungen bzw. Handlungen das jetzt beeinflusst.
    Entschuldige falls das offensichtlich ist.

    Es kommt, wie es kommt! ^^

    Ich habe so ziemlich alle shelter durchgetestet und selbst beim Lavvu mit einem großen Loch in der Spitze hilft die Lüftung (dagegen) leider nicht.
    Wenn der Taupunkt es will, gibt es Kondensation auf den Flächen. An den Grenzflächen von warm zu kalt, natürlich etwas eher, aber grundsätzlich ist es überall unvermeidlich.
    Für mich heißt es schlicht, mit dem Kondenswasser zu leben und mein Setup so zu gestalten, dass ich schlimmsten Falls feucht werde, aber trotzdem warm bleibe.

    Wie man das Fuß- und Kopfende entwirft, kann glaube ich relativ kreativ werden. Da hätte ich auch schon ein paar Ideen, die zumindest im Kopf ziemlich cool sind.

    Ich bin gespannt!
    Bitte lass uns an Deinen Ideen teilhaben.

    VG. -wilbo-

    Ich denke, der Vorteil des Bivys ist nicht so sehr das Gewicht (da spart man nicht so viel), als vielmehr die Flexibilität und die Sicherheit. Ein Bivy lässt sich irgendwo aufstellen, und insbesondere mit KuFa ergibt sich ein recht robustes System.

    Ja, Ryan Jordan bringt es auf den Punkt.
    Gute isolations- und Regenkleidung um damit im auch im Regen draußen kochen zu können. (not my cup ot tea) ;)
    Aber die Argumentation ist in sich schlüssig und stimmig. Es muss halt das komplette Equipment darauf abgestimmt sein und es reicht nicht nur sich einen wasserdichten Bivy zu holen.
    btw. Das mit den Sternchen gucken funktioniert auch mit einem zurückgeschlagenem Tarp.

    Mal wieder ein sehr empfehlenswerter Podcast.

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    Und wieder keine Informationen zum verwendeten Material. Für mich ein no-go bei diesem Preis und der Anwendung. (Ein bisschen schwach, besonders weil Herr Jordan so ein gear nerd ist).

    VG. -wilbo-