Ein InReach sendet mit 1,6 W, ein vernünftiges PLB mit 5 W. Bei Regen oder Nebel sowie Wald oder Felswänden wird es beim InReach schnell dünn...
Der Vergleich wäre nur bei ähnlicher Entfernung sinnvoll; Iridium verwendet nur LEOs, bei PLBs ist zu MEOs die Entfernung >10x so groß und zu GEOs >30x. Die Antennen der Satelliten und die Frequenz (406 MHz PLB vs 1620 MHz Iridium) sowie die Übertragungsrate beeinflussen die Empfangssicherheit ebenfalls. - Dass PLBs im tiefen Wald besser funktionieren, stimme ich zu. Bei Tallagen nicht notwendigerweise. Nebel hat kaum Einfluss.
Das funktioniert auch dann wenn nur ein GEOSAR Satellit erreicht werden kann, was quasi immer der Fall ist da die stationär sind.
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Die LEOSAR (niedrige) Satelliten übernehmen dann die Postionsbestimmung. Selbst wenn ich mich in einer Situation befinde in der ich gar keinen niedrigen Satelliten mehr erwische (Wald, Berge etc.) fängt dann jemand an nach mir zu suchen.
Das genaue Gegenteil ist der Fall, geostationäre Satelliten sind am unsichersten erreichbar, low earth orbit nicht jederzeit, aber innerhalb eines Intervalls am sichersten (aus einer Erdhöhle heraus auch nicht). Iridium wegen der höheren Zahl an LEOs (66 vs 5) viel schneller als COSPAS/SARSAT. Die GPS-freie Positionsbestimmung über LEOSAR bei PLBs hat nur eine Genauigkeit im einstelligen km-Bereich und kann Stunden dauern, wurde ja für See- und Flugzeugunglücke entwickelt und in einer Zeit vor 50 Jahren, als GPS noch gar nicht existierte. MEOSAR hat die schnellste GPS-freie (ebenso ungenaue) Positionsbestimmung, aber schon kleine Hindernisse verhindern die Funktion wegen des zu geringen Link Budgets. Übrigens ist MEOSAR eine Tochternutzlast auf GPS- und Galileo-Satelliten; wenn eine Kommunikation damit möglich ist, geht GPS-Empfang schon längst.
Und das COSPAS/SARSAT System wird gerade mit den MEOSAR Satelliten erweitert. Ab 2023 voll funktionstüchtig, jetzt schon 42 zusätzliche Satelliten im Orbit. Dann sind 3 Satellitennetzwerke in unterschiedlichen Höhen aktiv: GEOSAR (hoch, stationär und daher quasi immer erreichbar), MEOSAR (mittel, umlaufend, immer noch gut erreichbar), LEOSAR (niedrig, umlaufend, schlecht erreichbar wenn hohe Objekte den Horizont verbergen) mit denen ein Positionsfix und Übermittlung deiner Daten quasi sofort erfolgt.
S. o., großenteils falsch.
Beim Iridium Netzwerk muss man warten bis einer der niedrigen Satelliten erwischt wird, was außerhalb der Polregionen schwierig sein kann.
Überhaupt nicht.
Wenn zu dem Zeitpunkt kein GPS Fix besteht kann deine Position nicht übermittelt werden da die Iridium Satelliten deine Position nicht bestimmen können. Auch nicht über den Doppler-Effekt da die Iridium Satelliten das nicht können! Du brauchst also definitiv einen Fix zu mindestens 4 GNSS Satelliten und einen Iridium Satelliten in Reichweite um deine Position zu übermitteln. Wenn man sich bewegen muss weil die momentane Position nicht mehr sicher ist geht das Spiel von vorne los..
Wenn ich in einem Notfall viele km laufe. Sonst ist die alte GPS-Position immer noch besser als die km-ungenaue Doppler-bestimmte Position.
Das ist beim COSPAS/SARSAT völlig anders da deine Position, mittels Doppler-Effekt, ermittelt werden kann sobald du Kontakt zu nur einem einzigen LEOSAR oder MEOSAR Satelliten bekommst!
Wenn dann das Wetter schlecht ist und kein Helikopter fliegen kann oder man außerhalb der Reichweite ist muss man im Zweifelsfall stunden- oder tagelang auf Rettung warten. Wenn währenddessen der Akku schlapp macht hat man ein Problem.
Ach so: Ein PLB hat außerdem einen Radiosender implementiert der auf 102,5 Mhz sendet und die Suche auf mittlere und kurze Distanz, insbesondere im Anflug, mittels Funkpeilung ermöglicht.
121,5 MHz, zivile Notruffrequenz des Flugfunks. Solange die Batterie noch hält.
Auch vorbeifliegende Flugzeuge fangen so ein Signal auf und alarmieren SAR.
Das Iridium Netzwerk ist halt ein Kommunikationsnetzwerk und keins zur Positionsbestimmung oder Rettung. Das ist eigentlich für Satellitentelefonie und -internet da und darauf ausgelegt in Polregionen telefonieren zu können. Daher brauchen die inReach Geräte einen GNSS Fix (für die Positionsbestimmung) und einen Iridium Fix (für die Übermittlung zur Rettungsleitstelle).
Hauptkunde von Iridium und Grund für den Weiterbetrieb von Iridium nach der Insolvenz 2000 ist das US-Militär.
Vieles in diesem Text ist total veraltet. Modernere PLBs haben auch GNSS-Empfänger, um schnell eine genaue Position übermitteln zu können. Und mit "modern" meine ich: 10 Jahre alt, nicht 30 Jahre alt. Deshalb spielt die Positionsbestimmung via Doppler bei PLBs heute kaum mehr eine Rolle.
Zum Punkt man hat kein Feedback beim PLB: Stimmt so nicht. Man hat eine LED die einem 3 Stati anzeigt: a) Notruf ohne Position wurde empfangen. b) Notruf inklusive Position wurde empfangen. c) Notruf wurde bisher nicht empfangen.
Edit: die in jüngerer Zeit eingeführte RLS-Funktion (return link service) nutzt ausschließlich Galileo-Satelliten. Man muss also einen solchen empfangen können.
Es gibt da einen leider sehr populären Fall bei dem der quasi weltbekannteste Jäger nach Jahren einmal wirklich Hilfe braucht und versucht per InReach Hilfe zu rufen was völlig schief geht bis schließlich ein Freund von ihm Hilfe organisieren muss. Und die Hardware ist halt leider auch nicht über Jahre erprobt und zertifiziert wie bei den PLBs was zu diversen Fehlalarmen führt die unglaublich teuer werden können. Beides verlinke ich hier mal beispielhaft:
https://andrewskurka.com/garmin-respond…ch-se-explorer/
Das hier diskutierte Gerät ist seit vielen Jahren nicht mehr am Markt. Stammt noch aus der Zeit, bevor Garmin DeLorme gekauft hat (2016). Ich bin sicher, dass es auch bei PLBs manchmal zu Fehlauslösungen kommt. Auch bei einem einigermaßen aktuellen inReach mini ist mir ein Fall bekannt, durch Wassereinbruch bei vermutlich beschädigter Tastenabdeckung. Der große Vorteil von inReach ist, dass dann zurückgefragt werden kann, was los ist; und das passiert auch.
h**ps://http://www.youtube.com/watch?v=lyCTjtEvQjc
Ob lokal die Rettung funktioniert, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Ein litauischer Wanderfreund hat mir vor zwei Jahren von einem Notfall im Pamir-Gebirge erzählt, wo er mit einer Gruppe drei Wochen lang autonom unterwegs war und einer sich den Fuß so gezerrt hatte, dass er kaum mehr laufen konnte. Notruf über inReach abgesetzt. Ergebnis: der lokale kommerzielle Rettungsdienst in Kirgisistan hätte den Hubschrauber nur losgeschickt, wenn er vorab 10.000$ erhalten hätte. - Sie haben ihn dann irgendwie rausgeschleppt.