Beiträge von Bohnenbub

    Ein Nachteil ist, dass du eine komplette Lage Innen und Außenmaterial doppelst und als Ballast mitträgst. Wenn ich mir Gesamtgewicht zu Füllgewicht von Schlafsäcken so anschaue, ist das nicht unerheblich.

    Außer im eisigen Winter würde ich mir persönlich das Gewusel nicht geben. In 3JZ Bedingungen habe ich noch nie soviel Loft verloren, dass es nervig wurde. Aber klar, wenn man mit einem Setup den deutschen Sommer bis Winter rein von der Temperatur (nicht vom Handling) gut abdecken will ohne sich zu viel Material in den Keller zu legen, ist das eine effektive Methode.

    Ah ok. Ja, ist schon krass wie subjektiv das Thema ist. Ich bin mal sehr gespannt, ob ich selber einen signifikanten Vorteile verspüre. Werde ab kommender Woche, wenn etwas Ruhe einkehrt über die Läufe mit dem Hund mal alles abwechselnd anziehen und schauen, ob ich irgendwelche Muster erkenne. Wetter ist hier gerade klassische 7°C und feuchtfröhlich. Also im Prinzip top Bedingungen. Systematisch testen stelle ich mir allerdings schwierig vor. Das sind einfach so viele Variablen.

    Brynje Polypro, Merino 100 / 150 / 200, North Face Summit Baselayer, irgendwelche KuFa Shirt, Airshed Pro, AD90, Nano Air Light Hybrid, billiges 100er Fleece, teures 100er Fleece. Mit GTX, ohne GTX. Ob ich am Ende wirklich einen Unterschied merke? Und ob der Unterschied so groß und greifbar ist, dass man 30 Jahre Materialfortschritt spürt? Puh...ich bin gespannt.

    Edit: Spannend finde ich vor allem, wie persönliche Vorlieben auch unter sehr erfahrenen Wildnistrekkern zu gänzlich unterschiedlichen Einschätzungen führen. Andrew Skurka ist großer Fan ganz einfacher Fleecematerialien. Max Neale liebt Nano Air & Co. Alan Dixon und Ryan Jordan favorisieren Alpha. Cam Honan ist zuletzt mit Fleece unterwegs. Luc Mehl ist es vermutlich alles egal. Und das sind nur ein paar der erfahrenen Englischsprachigen...

    Geht mir auch fast immer so. Durchnässter Steiß vom überhitzten Rücken. Das ist bei mir bei Aktivitäten, die nicht nur ein Stündchen dauern allerdings bei allen Materialien so gewesen, an die ich mich so erinnern kann: Von technischen Fasern wie Patagonia Airshed oder irgendwelchen Northface Summit Series Baselayern bis Merino aller Couleur. Ein Material, was in einer Rate aufsaugt, abtransportiert und verdunstet wie es nötig wäre, um mich am Rücken dauerhaft halbwegs trocken zu halten, ist mir zumindest noch nicht untergekommen. Leider. Bzw. es würde gehen, wenn ich richtig friere. Ansonsten ist mir am Rücken eigentlich immer zu warm, wenn der Rest des Körpers einigermaßen vernünftig temperiert ist. Das ist natürlich hoch subjektiv. Meiner Erfahrung nach können die "wicking" Baselayer ihr Prinzip für eine Weile aufrecht halten, bis das System an seine Grenzen kommt. Dann suppt es genau so runter, wie bei einer hydrophoben Faser bzw. bei Nacktheit.

    Unterschied: Im Fall einer "non-wicking" Baselayer muss man danach nichts nennenswert mit Körperwärme trocknen.

    Aber hey, genau deshalb habe ich diesen Thread eröffnet – für Erfahrungsberichte zum allseits kolportierten Wundermaterial. Ich bin gespannt auf die ersten Tests (die sich natürlich auch etwas schwerlich objektiv vergleichen lassen. Das wird wohl eher ein Bauchgefühl bleiben).

    Berichte gerne, wie sich der Farpointe(?) Alpha 90 Cruiser schlägt.

    Ist soeben angekommen. Habe ihn nur kurz übergeworfen. Schnitt ist wie ein Stück weit erwartet weniger athletisch, eher etwas bauchig.
    Bin 190, irgendwo zwischen 89 und 95kg. Derzeit definitiv eher am oberen Ende. An den Schultern guter Sitz. Am Bauch trotz Weihnachtszeit noch mehr als solide Platz für jede Menge mehr Gebäck.
    Bin gespannt, wie der Peak Performance geschnitten ist. Sollte ebenfalls die Tage ankommen.

    Deine 78kcal und viel mehr hast du durchs Wandern schon verballert.

    Mhm ich glaube wir sprechen hier von etwas Unterschiedlichem. Du sprichst von der Verdunstung beim Sport/Wandern. Im Prozess zur absichtlichen Wärmereduktion.

    Mir ging es in der Betrachtung um die Frage, was in Pausen oder am Ende des Tages beim Campaufbau in potentiell feuchte oder nasse Klamotten an Energie (Wärme) gesteckt werden muss, um diese zu trocknen – obwohl der Körper gar keinen Überschuss mehr hat, weil er nicht mehr in Bewegung ist. Also eben dann, wenn feuchte Klamotten einen richtig schnell auskühlen lassen. Und in dem Kontext scheint es größenordnungsmäßig etwa die Energiemenge eines kleinen Apfels zu sein, um 135g im Baselayer gebundene Feuchtigkeit zu verdampfen. Unterschiedliche Materialeigenschaften mal außen vor gelassen.

    Das ist SPANNEND! Danke dir!

    Ich bin zugegeben überrascht wie vergleichsweise wenig Wasser in den Merinoteilen verbleibt. ~135g Wasser ist weniger als AD. Das hätte ich bei all den Lobpreisungen auf Alpha „was kaum Feuchtigkeit aufnähme“ tatsächlich nicht erwartet.

    Kurz die AI gefragt (vielleicht könnte das ein Physiker / eine Ingenieurin plausibilisieren):

    135g Schweiß braucht etwa 324kJ zum Verdunsten. Also ca 78kcal. So viel wie ein kleiner Apfel.


    Jetzt wäre eine Polypropylene Shirt wie HH LiFa spannend. Die sollen ja mutmaßlich tatsächlich hydrophob sein!

    Stark, danke dir!

    Als Vergleich wäre jetzt ein 150/200er Merino super spannend!

    Mal abgesehen davon, dass im Wanderalltag, außer bei einem Sturz bei einer Flussquerung, nie das gesamte Kleidungsstück getränkt ist, sondern eher nur Rücken, Schultern und Brust, sind die 200g absolute Differenz der selbst ausgewrungen noch gehaltenen Wassermenge in eurem Versuch ein signifikanter Unterschied. Wenn man nicht gerade auf gutes Wetter am nächsten Morgen zählen kann, muss der Körper die Energie aufbringen 200g mehr Wasser zu verdampfen.
    Danke euch dafür!

    PositivDenken Mein zugegeben theoretisches Verständnis: Im Idealfall bedeutet es, dass der Körper wie biologisch vorgesehen seine Temperatur regulieren kann, überspitzt gesagt als sei er nackt. Wenn man schwitzt, ist dem Körper zu warm: Abkühlung erfolgt durch Verdunstung aber auch durch höhere Wärmeleitung einer feuchten Oberfläche – statt dass eine mehr oder minder durchnässte Schicht darüber liegt, die einen Teil dieser biologischen Temperaturregulationsmechanismen behindert, wodurch der Körper sich genötigt sieht immer mehr Schweiß zu produzieren, ist der Körper bei Netzhemd, Alpha & co schneller in der Lage durch hauseigene Mechanismen abzukühlen. Entsprechend weniger wird geschwitzt.

    Ein weiterer Vorteil: So eine nasse Schicht muss nach erfolgter Aktivität vom Körper durch Wärmeeintrag getrocknet werden, was zu starker Abkühlung in Pausen oder am Ende des Tages führt. Das ist größtenteils einfach eine Funktion der absoluten Menge der im System gespeicherten Feuchtigkeit, die verdampft werden muss und ließe sich errechnen.

    Soviel ich weiß, ist Alpha aber nicht wirklich hydrophob. Womöglich etwas hydrophobER als andere Active Layer.

    flächenbelastung Genau so stelle ich mir die Verwendung im Winter vor: Brynje Netz Baselayer, Alpha Direct und darüber eine Shell, mit der ich sehr schnell zwischen Wärmestau und Durchlüftung modulieren kann, ohne mich umziehen zu müssen. Dadurch, dass AD die Wärme im System im Fall von offenen Pit Zips sehr viel schneller abgeben sollte, als klassische Midlayer, könnte das wirklich ein toller Vorteil von AD sein. Ich bin gespannt!

    Oh nein! Danke für die Info dee_gee

    Da frage ich mich nun natürlich, ob das ein Chargenproblem war oder ob da etwas grundsätzlich schief läuft mit der Kolorierung. Es soll ganz reguläres Alpha Direct sein. Das Gewicht all dieser Hoodies sollte ja bei gleicher Grammatur mehr oder minder identisch sein, egal ob Peak Performance, Senchi, Farpointe, Sambob etc.pp.

    Ich habe die graue Version gekauft. Mir fehlt allerdings die Referenz wie sich Alpha Direct anfühlen sollte. Entsprechend weiß ich nun nicht, ob das, was ich da in die Hand bekommen werde eine sinnvolle Einschätzung zu Alpha ermöglicht, oder nicht hehe.

    Ich hatte gerade Peak Performance genommen, weil die einerseits eine mich ansprechende Farbe direkt au Lager haben – und vor allem, da ich denen einen besseren Schnitt und Verarbeitung zutraue, als den meisten Cottage Schmieden. Da sahen einige Schnitte aus der Ferne teils etwas...extravagant aus :D

    Edit: Da ich weiß, dass mich das nicht in Ruhe lassen wird, habe ich gerade noch einen Farlite Farpointe Alpha 90 Cruiser dazu bestellt. Dann habe ich einen Vergleich. Wenn Alpha sich so bewährt, wie die positiven Eindrücke hier vermitteln, werde ich da früher oder später ohnehin einen Zweiten brauchen. Seufz aber nun gut.

    In meinem Fall für Skandinavien Norrøna Falketind GTX von Frühjahr bis Herbst und Trollveggen GTX Pro Light oder Arktis für Winter. Beide kann ich unter den Armen sehr weit öffnen.

    Für wärmere, weniger regnerische Gegenden habe ich aber auch Forums-konform noch eine Froggtoggs :)

    Ich versuche mich gerade ein wenig in die MVTR (Moisture Vapor Transmission Rate) aka Atmungsaktivität einzulesen. Es scheint, als sei Goretex (und sicher andere Membrane auch) deutlich atmungsaktiver als viele / die meisten(?) Windjacken, die man so kennt. Spannende Erkenntnis, wenn sich das so bewahrheitet. Muss ich mich aber noch weiter mit beschäftigen.
    Wenn die Jacke außen nicht nass ist, dürfte man sich unter einer guten GTX also theoretisch weniger schwitzig fühlen, als unter einem Windbreaker. Allerdings sind die meisten neueren Windbreaker scheinbar nicht mehr wirklich winddicht. Lassen also absichtlich etwas Luftaustausch zu, und transportieren darüber Feuchtigkeit ab (u.U. auch mehr als eine GTX es kann, die 100% winddicht ist).

    Bedeutet auch: Wenn Baselayer wie Brynje Polypro und Midlayer wie Alpha Direct beide kaum Wasser aufnehmen, also nicht "wicking" sind, dann geht der Wasserdampf des Körpers direkt in die GTX, ohne zwischendrin einen Midlayer zu Durchnässen, den man sonst (unter Frösteln) mit Körperwärme wieder trocknen muss.

    Interessant finde ich das Innenleben (Primaloft Cross Gold) - siehe Foto.

    Bei einer ersten Testrunde bei 7°C war es mir mit einem Merino-T-Shirt und der Jacke fast zu warm beim Wandern. Aber in Ruhe genau das Richtige!

    So viel ich weiß ist Primaloft Gold Cross als Isolation nicht für Klamotten, die man in Bewegung trägt, gedacht. Das ist ein Material für statische Isolation. Das Primaloft eigene Derivat für Klamotten, die in Bewegung getragen werden heißt PrimaLoft Active Evolve. Patagonia nutzt das statische Primaloft Gold z.B. für den DAS Parka (Kletter Belay Parka). Arcteryx nutzt in ihrem Belay Parka das funktional ähnliche Coreloft Continuous, was allen Gerüchten nach umgelabeltes Climashield Apex ist, was wir hier insbesondere von Quilts kennen. Also das gleiche Isolationsmaterial wie die EE Torrid.

    Allen statischen Isolationen gemein ist, dass das Isolationsmaterial in Trägerschichten gesandwiched (grandioses Wort) ist, die nicht zur Ableitung von Wasserdampf (aka "atmen") konzipiert sind.

    Vielen Dank für Eure Rückmeldungen!

    Im Szenario kalt + windig mit dem dann notwendigen zusätzlichen Schutz vor Wind, gebe ich zu, dass ich konzeptionell noch nicht ganz überzeugt bin. Einfach weil die gewonnene granulare Anpassbarkeit in den meisten Szenarien mit einem zusätzlichen Kleidungsstück (Windbreaker) und häufigerem Umziehen verbunden ist. Beides widerspricht meinem Anliegen, draußen so wenig hantieren und organisieren zu müssen wie möglich.

    Ich habe mir jetzt trotzdem mal einen 90er Alpha Direct bestellt (Peak Performance Freelight Alpha Hood) und werde das für mich ausprobieren. Insbesondere geht es mir um die Frage, ob ich mir die zusätzliche Windjacke sparen kann – entweder indem die GTX-Regenjacke mit großen Pit Zips die Funktion der Windjacke übernimmt – oder, indem ich den leicht windresistenten Baselayer (Patagonia Airshed Pro) drüber statt drunter anziehe.

    Ich bin außerdem gespannt auf die Verwendung im skandinavischen Winter:

    Die Kombination Brynje Polypro Netzhemd + AD90 + Patagonia Nano Air, klingt für mich super bei knackig kalten aber nur mäßig windigen Situationen.

    Die Kombination Brynje Polypro Netzhemd + AD90 + Patagonia Nano Air + GTX Shell, scheint mir sehr viel Temperaturreserven auch bei Wind zu bieten.

    Die Kombination Brynje Polypro Netzhemd + AD90 + GTX Shell scheint mir charmant bei gemäßigten aber windigen Situationen, da nichts durchnässen kann und bei Überhitzung durch Öffnen der GTX schlagartig alle Wärme aus dem System genommen werden kann.

    Na mal schauen... :)

    Zumindest scheint Zara eine Marken-Kollaboration mit Primaloft zu haben. Die haben einige Fleece Produkte im Sortiment, die klar mit Primaloft gebrandet sind. Inklusive Stickerei auf der Brust. Insofern halte ich es nicht für völlig abwegig, dass es sich tatsächlich um ein Primaloft Active Evolve o.ä. handelt. Halt einfach zu "normalen" Preisen, statt mit 100-200% Outdoor Luxus Aufschlag. Aber ebenso gut kann es sich um eine Kopie handeln. Die womöglich genau so gut funktioniert. Vielleicht aber auch durch falsche Materialzusammensetzung, Herstellungsprozess etc. funktional nicht ans Original ran kommt.

    Ihr Lieben,

    ich stehe vor der Anschaffung einiger neuer Midlayer für die Unternehmungen des kommenden Jahres. Und ich möchte gerne die Nutzung von Polartec Alpha (Direct) in kühl-feucht-windigen Einsatz wie Nordskandinavien mit euch besprechen.

    Ich verstehe, dass das Material insbesondere auf dem PCT Kultstatus erlangt hat und auch hierzulande sehr viele in gemäßigten Gegenden darauf schwören. Aber ist das auch die richtige Wahl für Nordskandinavien?

    Eigenschaften Alpha 90

    Vorteile

    • Leicht. Etwa 130g für einen Hoody ohne Taschen und Extras für windstille Wärmeleistung eines etwa doppelt so schweren klassischen Fleece.
    • Sehr atmungsaktiv. D.h. wenn er ohne weitere Lage darüber getragen wird, die die Atmungsaktivität einschränkt, kann der Körper überschüssige Wärme durch Wasserdampf/Schwitzen vergleichsweise gut abtransportieren. Man kann ihn also auch dann noch vergleichsweise komfortabel tragen, wenn er eigentlich zu warm ist, und der Körper beginnt dagegen an zu regulieren, weil die Regulierung anders als bei anderen isolierenden Schichten kaum gehemmt wird.
    • Vergleichsweise schnell trocknend.

    Nachteile

    • Keinerlei Windresistenz. Also die Kehrseite von "Sehr atmungsaktiv" oben. Sobald etwas Wind weht, bläst er die Wärmewirkung weg. D.h. es muss zwingend eine weitere Lage mitgebracht werden: Entweder direkt die Regenjacke (tendenziell sehr geringe Atmungsaktivität). Oder eine zusätzlich mitgetragene Windjacke (durchlässiger – aber ein weiteres Teil im Gepäck). Klassiker wäre so etwas wie Arc'teryx Squamish. Gewicht ca 130g.
    • Frage der Langlebigkeit, Mikroplastik etc. nicht ganz geklärt. Aber ziemlich sicher keine 10+ Jahre wie bei einem klassischen, einfachen Fleece.


    Konkurrenz-Systeme

    Das Gewicht von Alpha Hoody und Windjacke zusammen liegt bei etwa 250-300g. Also in der Größenordnung eines klassischen 100/200er er Fleece.

    Das Gewicht von Alpha Hoody und Windjacke zusammen liegt ziemlich identisch gleichauf mit der Patagonia Nano Air Light Hybrid (ca 290g), die von vielen als Referenz für aktive Isolierung gesehen wird.


    Einsatz in Skandinavien

    Wenn ich mir nun ansehe, wie ich von Sommer bis Herbst in Skandinavien unterwegs bin, kommt der Wunsch den Midlayer anzuziehen primär in zwei Szenarien:

    1. Es ist kalt und regnerisch. Klassiker 7°C, Regen und Wind. Die Regenjacke direkt auf Baselayer getragen kühlt bei kaltem Wind sehr schnell aus. Der Midlayer stellt die nötige Temperaturbarriere bereit.
    2. Es regnet nicht, windet aber. Nur im Baselayer kühle ich im kalten Wind nach einer Weile aus. Zwei Optionen: Regenjacke, Windjacke oder Midlayer über den Baselayer.

    Vergleich: Klassisches Setup vs  Polartec Alpha + Windjacke

    Unter der Regenjacke, in Szenario 1 spielt Atmungsaktivität des Midlayers kaum eine Rolle, da sich unter der Regenjacke ohnehin das Meiste staut. Hier sehe ich konzeptionell keinen Vorteil vom hochatmungsaktiven Alpha gegenüber anderen Midlayern. Außer evtl. das er schneller wieder trocknet.

    Wenn ich in Szenario 2 d.h. wenn kalter Wind weht, Alpha statt klassischem Midlayer über den Baselayer ziehe, hilft der Alpha Layer alleine fast überhaupt nicht, weil der Wind einfach durch geht. D.h. hier braucht es zwingend eine zusätzliche Windjacke. Dann bin ich von Gewicht und Funktion wieder ziemlich nah dran am klassischen, einfachen Fleece, welches eine gewisse geringe aber vorhandene Windresistenz gleich mitbringt.

    Ich sehe in dieser Betrachtung nur zwei Vorteile von Alpha:

    1. Die Kombination von Alpha + Windjacke ist vermutlich wärmer, als ein Fleece gleichen Gewichts.
    2. Durch Trennung von Isolation und Windjacke habe ich minimal mehr Variationsmöglichkeiten. Wenn ich sie denn nutzen möchte! Ich könnte also, wenn mir im Baselayer alleine so ganz ganz knapp zu kalt ist, nur den Alpha oder nur die Windjacke drüber ziehen. Und wenn das nicht reicht, doch noch mal beides zusammen anziehen. So eine Temperaturregulierung im Kleinen führt strikt durchgezogen am Ende aber dazu, dass ich alle 5 Minuten den Rucksack absetzen muss, um mich einmal umzuziehen. Puh...nervig.

    Vergleich mit der Patagonia Nano Air Light Hybrid (NALH) als klassischer Active Insulation
    Wenn ich für mich etabliere, dass der Alpha Layer im kalten Wind ohnehin nur mit Windshirt funktioniert und ich nicht ständig anhalten möchte, um zwischen den Kombinationen hin und her zu layern, kann ich die zwei Lagen auch gleich in einer Jacke kombinieren und spare mir das Gefummel. Die "Fullrange" Isolierung der NALH ist in der Funktion vermutlich Alpha sehr ähnlich. Patagonia verbindet diese "Active Insulation" bei der NALH mit einer windresistenten, nicht winddichten, aber dafür vergleichsweise sehr atmungsaktiven Außenschicht.

    D.h. es wird viel aber nicht nicht alles geblockt. Vermutlich ähnlich wie bei einer Kombination aus Alpha mit einem auf Atmungsaktivität statt komplettem Windblock ausgerichtetem Windbreaker wie der Squamish.

    Wo ist der Nachteil einer NALH hier? Ich könnte mir vorstellen, dass ein separater Alpha Layer von der Windjacke befreit schneller trocknet. Sonst fällt mir nicht viel ein.

    Übersehe ich etwas?

    Einen spezfisch positiven Anwendungsfall kann ich mir tatsächlich vorstellen:

    Ich liebe die Patagonia Airshed Pro und trage sie als Baselayer. Trocknet super schnell und blockt recht viel Wind ab, sodass ich deutlich länger nur im Shirt rumlaufen kann, bevor ich einen Midlayer dazu nehmen muss. Ich könnte jetzt natürlich sagen: Ok cool, mit dem Airshed Pro, habe ich so etwas wie eine Windjacke ohnehin dabei bzw. immer an. D.h. wenn es zu windig-kalt wird, könnte ich einen Alpha Layer unter die Airshed anziehen. Dann wäre die Alpha mein Baselayer und die Airshed wäre so etwas wie eine Windjacke. Dann hätte ich Wärme, etwas Windresistenz aber ein so atmungsaktives System, dass die körpereigene Regulation nicht übermäßig behindert wird. Klingt gut.
    Bedingt allerdings, dass ich mich bei jeder nennenswerten Temperaturanpassung einmal komplett nackig machen muss. Mhm. Würde aber die 130g und den Organisations und Handlingsaufwand einer zusätzlichen Windjacke sparen.

    Ich spiele mit dem Gedanken alle Varianten zu kaufen und selber über die nächsten Monate in der Praxis zu testen. Und einfach mal zu schauen, ob ich wirklich nennenswerte Unterschiede feststelle. Aber bevor ich das tue, würde ich mich über eure Gedanken freuen! Übersehe ich etwas? Seht ihr etwas anders?

    Spannend, wie die Modeindustrie auf den "Alpha Look" aufspringt. Im Prinzip ja genau das, was Polartec sich laut Aussage auf der eigenen Website erhofft (Frei paraphrasiert "Für Sport und Mode").

    Aber woran erkennst du, dass er aus einem Primaloft Marken-Material gemacht ist und nicht nur irgendeinem Nachahmer?