Portugal März 2026

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  • Im März hatte ich dank Urlaub und Überstundenfrei vier Wochen Zeit für Portugal. Dort war ich 2018 mit einer Kleingruppe zum Wandern und als ich das erste Mal auf die Westküste der Algarve geblickt habe, hat es mich umgehauen - sooo schön und diese Farben... Dieses Jahr war es dann endlich so weit, viel Zeit und wenig Plan - perfekt....

    Tag 1: Faro
    Zug und Flug haben gut geklappt, pünktliche Landung in Faro. Die Nacht vorher allerdings kaum geschlafen.
    Mit dem Bus vom Terminal zum Strand hat auch gut geklappt, sonst wäre ich gelaufen.
    Natürlich zu früh da gewesen, also erstmal zum Strand und dann um 15.00h eingecheckt. Sehr schönes Zimmer, Hotel aber etwas in die Jahre gekommen.
    Meerblick vom Balkon, aber die Straße direkt davor und es ist megalaut (allerdings auch Sonntag und herrliches Wetter!)
    Konnte sogar den Sonnenuntergang von Balkon aus sehen - mega!
    Durch den Wind ist alles voller Sand, teilweise kann man die Straße kaum erkennen und Parkplätze sowie Fußwege sind nicht benutzbar.
    Essensmäßig erst ein sündhaft teures Frühstück am Flughafen, am Strand später ein Toasta Italiano nebst Wasser und für später noch Chips und Schoki.
    Leider ist das Leitungswasser eher nicht trinkbar und auch stark gechlort. Also noch eine Flasche Wasser geholt und zum Sonnenuntergang auf dem Balkon gesessen.


    Tag 2: Faro - Loulé mit dem Bus
    Die Nacht war frisch, also Skiunterwäsche an und Alpha-Jacke drüber.
    Der Tag grau und windig. Mit der Fähre vom Strand nach Faro reingefahren, ein bisschen in der Altstadt rumgebummelt (nix besonderes) und um halb drei den Bus nach Loulé genommen.
    Fast verpasst, weil sehr unübersichtlich, wo der abfährt 🙄
    In Loulé nur einkaufen gewesen (Proviant und Verpflegung für 2 Tage) und Abends auf dem Zimmer gegessen.


    Tag 3: Corcitos
    Heute morgen in Loulé die Via Algarviana gestartet. Bis gestern war noch viel Regen vorhergesagt, der zog aber weiter südlich vorbei 🙏
    (In der Nacht war es megalaut weil irgendwelche Generatoren liefen, das war nur mit Ohrenstöpseln auszuhalten 🙄)
    Anfangs noch kühl und so windig, dass ich mir mein Tuch um die Ohren gewickelt habe, wurde es später noch richtig warm und die Sonne schien immer wieder durch. Hab dann die Jacke in den Rucksack gestopft und bin nur im T-Shirt und Alpha Hoodie gelaufen (und hätte den am liebsten auch ausgezogen 🥵)
    Die Gegend ist fantastisch 😍, ich werde mir auf jeden Fall keine sehr langen Touren planen, denn ich brauche total viel Zeit zum gucken - und muss vorsichtig laufen, viele Wege sind voller Geröll und ein gutes Stück auch total verschlammt 👀...
    Nur mit Sitzbänken haben die es nicht so hier, es gab unterwegs genau eine Gelegenheit (hab mir aber ein Stück einer Picknickdecke abgeschnitten, das wird es im Notfall auch tun).
    Die Unterkunft in Corcitos ist mega! Eigentlich ein Ferienhaus für 6 Leute, also viel Platz. Nach Duschen, Essen und Wäsche waschen ist jetzt nur noch Couch angesagt 🤓

  • Tag 4: Salir
    Heute stand nur eine kurze Etappe an, gerade mal 10 km. Das ging wegen der Unterkünfte nicht anders und weil ich sehr vorsichtig in der Planung der ersten Woche war. Erstmal ankommen und in Ruhe mit allem auseinander setzen, ohne den Stress, Kilometer machen zu müssen.
    Gerade nach den ganzen Unwettern Anfang Februar ist sowieso die Frage, ob alle Wege passierbar sind.
    Ich schaue von Tag zu Tag und informier mich so gut es geht über die anstehende Etappe (und die Ausweichmöglichkeiten).
    Immerhin blieb weiterer Regen aus, obwohl jeden Tag angekündigt. Kommt die Sonne durch, wird es sofort richtig warm 🥵
    Heute waren die ersten beiden Bäche zu überqueren, beim ersten ging es noch von Stein zu Stein, beim zweiten bin ich barfuß durch (und war froh, dass ich soviel Zeit hatte, gemütlich am Ufer zu sitzen bis die Füße wieder trocken waren)
    Unterkunft in Salir 1,5 km außerhalb, Casa da mãe, tolles (etwas in die Jahre gekommenes) Gelände mit 1000 Ecken und Zimmern mit eigener Terrasse.
    Im Gemeinschaftsraum kann man sich verpflegen, alles ein wenig rustikal aber mit Toaster 👍.
    Klimaanlage funktioniert, stand bei Ankunft auf 26 Grad 👀. Tatsächlich brauchte es 24 Grad, damit das Zimmer nicht mehr ganz so klamm war (über Nacht dann 22 Grad eingestellt und lieber mit 2. Wolldecke beholfen).
    Hab später im Ort für Abendessen und Frühstück noch eingekauft, aber wieder mal viel zu viel, das darf ich dann morgen schleppen 😂


    Tag5: Alte
    Das war wieder ein toller Tag. Wolkig, Wind, Sonne, alles dabei. Hab bestimmt 5x Klamotten an-und ausgezogen 😄
    Am schönsten war es, kilometerlang oben auf dem Bergkamm zu laufen. Alles voller wildem Rosmarin und wilden Pistazienbüschen. Auch an einer Orangenplantage ging's vorbei und alles hängt voll 🤩
    Später standen an der Staße auch Obstbäume und ich hab mir eine Mandarine und eine Zitrone (von der ich dachte, es wäre auch eine Mandarine bis ich reingebissen habe....😂) geklaut.
    Übernachten tu ich heute in Altes Altstadt in einem Minihaus, sehr ursprünglich. Auch das Städtchen selber ist sehr schön, alles voll verwinkelter Gassen, da hab ich abends noch einen netten Spaziergang gemacht - und dabei eine französische Touristin wieder getroffen, die gestern auch in Salir genächtigt hat. Leider war ihr Englisch so schlecht wie mein Französisch, aber egal 😄


    Tag 6: São Bartholomeu Messines
    Heute morgen gleich das erste Malheur - nach dem Tür zuziehen gemerkt, dass meine Trekkingstöcke noch drinnen stehen 😱
    Der Trick mit Kreditkarte die Tur öffnen funktioniert leider nicht und bevor ich mir die Karte ruiniere, rufe ich lieber um Hilfe 😊
    Gut, das Violetta die beste Host unter der Sonne ist, eine kurze WhatsApp und 10 Min. später schloss sie mir nochmal auf - was für ein Glück, puh...😅
    Danach ging es wieder durch die Hügel und ich merke immer mehr, dass dies genau der Ort ist, an dem ich im Moment sein möchte 🥰
    So laufe ich im Flow (und mein Flow ist echt langsam) vor mich hin und erfreue mich an der noch vorhandenen Ursprünglichkeit der Gegend.
    Für eine Pieselpause kletter ich ein Stückchen den Hang hoch - und werde mit einem Blick bis auf das Monchique Gebirge belohnt 😍 Beste Buschtoilette ever 😄
    Naja, eine Stunde später latsche ich neben der Autobahn her und vorbei ist es mit der Ursprünglichkeit...
    Trotzdem ein toller Tag, an dem ich mich dann noch in einer Supermarktbäckerei an Toasta Mixta und Schokotorte überfresse - die Folge von nur 2 Müsliriegeln unterwegs 🤭
    Das hat dann meine sonstigen Einkäufe auf Wasser und Obst beschränkt.

  • Tag 7: Silves
    Heute morgen war es arschkalt, also erstmal alles anziehen. Nachmittags brutzelte dann die Sonne runter und ich hätte es gerne wieder arschkalt gehabt - wie machen die das bloß im Sommer 🫠
    Aber als erstes gab es in der Unterkunft noch ein feudales Frühstück - und das alles für 40€!
    Die Tour selbst habe ich mir von Komoot zusammen basteln lassen, die eigentliche Route wäre ca. 30 km lang gewesen ohne ohne große Ausweichmöglichkeiten, falls irgendwas unpassierbar ist.
    Es gibt ja immer noch Warnungen wegen Unwetterschäden und da wollte ich es nicht drauf ankommen lassen.
    Das war auch gut so, denn ich war nach den 22km schon platt wie Flunder 🥵
    Dutzende Male ging es durch Schlamm und Wasser, zwar meistens entweder von Stein zu Stein oder an der Seite balancierend, aber einmal ging nix mehr, also mittendurch. Natürlich mit nassen Schuhen, Socken und Hose, aber was will man machen, barfuß wäre auch nicht gegangen.
    Später hat sich dann rausgestellt, dass meine Alternative verboten war - gut, dass ich das Schild erst hinterher übersetzt hatte 😅
    Die Landschaft aber wieder wunderschön! Hier sind die Hügel jetzt mit Lack-Zingstrosen Büschen überwuchert und so langsam fangen die an zu blühen - das wird ein grandioser Anblick werden (den ich leider verpasse) 🥲
    Aber der Hammer - Stimmen von hinten... Bin ich doch nicht alleine auf der Welt 😂
    Zwei Tageswanderer und sie wollen sogar noch jemanden gesehen haben 👀 (nicht, dass es hier noch voll wird).
    Aber ich bin echt froh, abends im Hotel zu sein und hab auch nur noch Energie kurz was zu essen vom Lidl zu holen und dann frisch geduscht den Rest vom Abend die Füße hochzulegen.


    Tag 8: Lagos
    Heute ging es mit der Bahn nach Lagos Richtung Fishermans Trail.
    Die 2 km vom Hotel bis zum Bahnhof hätten so schön sein können - wenn nicht lauter wilde Müllkippen am Rande gelegen hätten - zu viele Arschlöcher auf dieser Welt...🙄
    Die Bahn hatte gleich mal Verspätung, quasi wie zuhause, dafür sahen die Waggons echt abenteuerlich aus. Hat aber alles gut geklappt.
    Die Wartezeit bis zum Check-in hab ich mit einer Wanderung um die Südspitze Lagos' überbrückt (was ich eigentlich morgen machen wollte).
    Riesige Ferienwohnung!!! Um die Ecke ein Intermarche, also gleich eingekauft und dann die Waschmaschine angeschmissen. Rest vom Abend mangels Klamotten (gut, dass der Wickelrock immer dabei ist) auf dem Sofa verbracht 😊

  • Tag 9: Lagos Ruhetag

    Heute Zeroday. Passend zum grauen Himmel und arschkaltem Wind einfach mal gar nix gemacht außer den 100 m zum Intermarche damit die Kalorienbilanz stimmt .
    Da es grade so passte, hab ich mich bei der Teambesprechung von der Arbeit her mit eingeloggt. Das hatte was, so 2000km entfernt 😁
    Immerhin die nächste Woche geplant und Unterkünfte gebucht. Länger im Voraus kann ich aber noch nicht denken, mal sehen, worauf ich dann noch Lust habe 🙃
    Erstmal geht's morgen wieder weiter.


    Tag 10: Salema
    Heute ging es dann auf den Fishermens Trail. Logischerweise ist hier viel mehr los als im Hinterland. Gleich mal in der ersten Stunde mehr Leute getroffen als die ganze letzte Woche 😅.
    Aber es geht. So lange man nicht in einer Gruppe laufen muss, ist alles ok. Und die meisten sind eh viel schneller als ich.
    Kurz vor Schluss hab ich eine Abzweigung verpasst und bin auf der Straße gelandet. Da ich keine Lust hatte, zurück zu gehen, wurden die letzten paar Kilometer einfach da abgespult.
    Übernachtung im ECO-Camp Salema in einem "Woody" Glampingzelt. Mit Strom, Kühlschrank und Wasserkocher!
    Das Beste ist aber die Heizdecke für's Bett, es sind nämlich grade mal 10 Grad draußen. Sehr kuschelig!
    Die Sanitärhütte ist einfach nur ein offener Holzverschlag und ich bin sehr froh, heute morgen in meiner Luxuswohnung nochmal geduscht zu haben, so reicht eine Katzenwäsche heute abend 😇.
    Bestes Kleidungsstück: meine Polartec-Alpha-Jacke, tags wie nachts!


    Tag 11: Vila do Bispo
    Heute war Klettertag. An einer Bucht ging es ao steil runter, dass ich einen Teil auf dem Hosenboden gerutscht bin. Dafür ging es auf der anderen Seite so steil hoch, dass ich auf allen Vieren unterwegs war und die Stöcke hinter mit hergeschleift hab.
    War mit T2 Wanderweg gekennzeichnet - was T3 für mich definitiv ausschließt!!!
    Aber ich hab's überlebt (wobei morgen auch wieder ein Teil mit 20% Steigung/Gefälle dran ist, mir graut schon ein bisschen).
    Die Strecke war heute nicht original, zum Leuchtturm wollte ich nicht - der war vor 8 Jahren schon hässlich 😇
    Also komoot einen Teil planen lassen (und das sollte man nicht ohne Plan B machen). Frei Schnauze durch eine frei laufende riesige Rinderherde war dann doch nicht so meins... Dann lieber einen Umweg.
    Die Pension liegt etwas abseits, also vorher schön im Lidl eingedeckt. Mein Körper will Chips, wahrscheinlich wegen dem Schwitzen tagsüber (dem muss man natürlich nachgeben!)
    Bestes Utensil: UL-Regenschirm für eine schattige Pause 🤩


    Tag 12: Carrapeteira
    Heute war ich mal wieder froh, 'gen Norden zu laufen. Lieber die Sonne von hinten und den Wind von vorne. Ich bin sehr dankbar für meinen Sunhoodie und sen UL-Regenschirm, denn heute gab es kaum Schatten. Bei der ersten Pause hab ich mich noch einfach auf meine Jacke am Wegesrand gesetzt, aber bei der 2. war kein Baum mehr weit und breit...
    Ein paar Entgegenkommende hatten schon Brathähnchen-Konsistenz 🔥
    Auch ging es wieder ordentlich rauf-und runter, in einer Bucht mit 20% Gefälle! Immerhin blieb mein Hosenboden heute verschont 😄
    Die Ausblicke natürlich Hammer!!!
    War aber froh, angekommen zu sein und hab ein echtes Luxuszimmer 🤩
    Beim Anblick meiner Füße hatte ich aber Sorge um den Fußboden und so stand sofort eine Wäsche für mich und meine Klamotten an.
    Später dann die ersten Leute kennengelernt, erst beim Essen gehen eine junge Niederländerin (und eine Unterhaltung auf Englisch führen ist echt anstrengend, wenn die letzte Lektion über 40 Jahre her ist 🙃)
    Später noch in der Küche auf ein paar deutsche Mädels getroffen und jetzt endlich Füße hoch 😅

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