Beiträge von Dune

    Mein erstes Jahr im Lighter-Trekking-Universum geht zu Ende. Da dachte ich mir, ich veröffentliche nochmal meine Reiseberichte aus dem Nachbarforum an dieser Stelle. Viel Spaß beim Lesen und kommt gut ins neue Jahr ihr Lieben!

    Im Juli 2024 wurden die Alpen mit dem Rad überquert.


    Yeaah endlich mal richtig Berge. 🥳 Die Alpen. Seit je her ein Faszinosum für mich. Endlich mal wieder raus in die Natur, den Trubel der Stadt hinter mir lassen, Ausblicke genießen, Freiheit spüren. Und auch endlich mal wieder Bikepacking. Das ist 7 Jahre nach meinen Touren in Schottland etwas, auf das ich richtig Lust hatte.

    Ich hatte zwei Wochen, getrennt durch eine Hochzeit von Freunden nahe Kufstein. Der Plan: Erst in fünf Tagen mit dem Fahrrad von München an den Gardasee. Bikeshuttle nach Innsbruck, Zug nach Kufstein, Hochzeit, Fahrrad in Kufstein parken. Kram in Rucksack umpacken, den meine Freundin mitbrachte. Dann vier Tage zu Fuß von Oberaudorf nach Kochel am See. Fahrrad einsammeln und zurück nach Hamburg. Soweit die Logistik.


    Die Transalp zum Gardasee


    Meine Packliste gibt es hier.

    Die Route stammt von Sara Hallbauer.


    Tag 1: München – Bad Tölz – 57,6 km, 306 m hoch

    Ich startete im Sonnenschein und endete im Gewitter. Das sah ich kommen, nachdem die Bahn mit knapp zwei Stunden Verspätung in München eintraf. Kurze Empfehlung: Die App vom Deutschen Wetterdienst ist wirklich gut in Sachen Unwetterwarnung. Die Gewitterzellen konnte ich zwar umgehen, richtig nass wurde es trotzdem. Die Wege wurde binnen Minuten geflutet. Also tauschte ich spontan die ursprüngliche Idee in Arzbach zu campen gegen eine Nacht bei Freunden in Bad Tölz ein. Gut für die Moral, denn die kommenden Tage sollten schwer werden.


    Tag 2: Bad Tölz – Umhausen – 128 km, 1056 m

    Diese Etappe war vor allem lang, die Höhenmeter waren überschaubar. Das Wetter war auf dem Weg der Besserung. Auf dem Isarradweg schlengelte ich mich gen Süden. Am Ende des Tages genoss ich wirklich leckere Käsespätzle mit Blick ins Ötztal bevor ich die erste Nacht in meinem Zelt verschwand.


    Tag 3: Umhausen – Saltaus – 95,4 km, 1554 m

    Wunderschön, aber auch unfassbar anstregend. Über das Timmelsjoch ging es nach Südtirol. Die einstündige Abfahrt purer Genuss aus sattgrünen Hängen vor schroff rauen Berggipfeln. So schnell war ich noch nie auf zwei Rädern unterwegs gewesen. Und nie zuvor war ich so dankbar über hydraulische Scheibenbremsen gewesen wie an diesen Tag. Der Campingplatz war sehr schick und eine Zeltplatz auch ohne Buchung noch verfügbar. Ein Schnack mit einem gleichgesinnten Fahrrad Enthusiasten schaffte einen wirklich schönen Ausklang.


    Tag 4: Saltaus – Flavon – 79,4 km, 1415 m

    Nach der Königsetappe kann ja nur alles leichter werden. Nun ja. Nein. Weit gefehlt. Der Gampenpass war beinahe ebenbürtig. Und statt langer, flacher Anstiege bietet Südtirol kurze, steile, die gefühlt 10x anstrengender daher kommen. Genügend Häppchen für die Motivation gab es trotzdem: Die Blicke auf den Santa-Giustina-See. Mit zwei Müncher Wegbegleitern gab es abends eine köstliche Pizza abseits aller Touristenhochburgen. Heute ging es in die Herberge. Ein Bett tut nach drei Tagen richtig gut.


    Tag 5: Flavon – Torbole – 82,7 km, 914 m

    Das Finale bot noch einmal die ganze Pracht der Dolomiten, aber auch nochmal die ganze Härte knackiger Anstiege. Ich war überrascht und irgendwie auch ein bisschen stolz auf mein Tourenradl, das sämtliche Wegbeschaffenheiten – auch einfache MTB Trails – gutmütig wegsteckte. Als ich schließlich am Gardasee ankam, brauchte ich einen gefühlte Ewigkeit, um wirklich anzukommen. Erst das kühle Nass ließ mich realisieren, was ich da gerade gepackt hatte. Das war sicherlich eine der härtesten Sachen, die ich je gemacht hatte. Ein Traum war in Erfüllung gegangen. Einmal mit dem Rad über die Alpen. Da konnte mir auch meine erfolglose Suche nach einen Campingplatz am See nicht die Laune verderben. Also nochmal ein Stück raus und hinauf nach Nago. Dafür gab es leckere Brombeeren auf einem Campingplatz mit eigener Landwirtschaft.


    Resümee

    Ein tolle aber auch sehr anspruchsvolle Route. Für Tourenräder machbar, aber teilweise schwierig. Manche kurze Abschnitte gehen auf stark befahrenen Straßen, was mitunter etwas brenzlig sein kann, wenn rechts die Felswand oder der Abhang und links der Truck nur einen Hauch entfernt sind. Bis auf die Unterkunft in Flavon hatte ich nichts gebucht. Das war mit dem Zelt nur am Gardasse direkt ein Problem.

    In Sachen Ausrüstung würde ich sagen das passte. Einzig eine kleine Oberrohrtasche, um das Laden des Smartphones per Powerbank während der Fahrt zu realisieren und den Zugang zu Snacks schneller zu gewährleisten, wäre mitunter praktisch gewesen. Ich hatte das erste Mal Trekkingnahrung von Summit to Eat und Real Turmat dabei. Im Gegensatz zu Trek n Eat für beide eine klare Empfehlung. Im Gegensatz zu allen anderen Radfahrern, denen ich begegnete fuhr ich in komplett langer Kleidung: Sun Hoodie, Radlerhose, Lange Tight drüber, Sonnenhandschuhe. Das funktionierte trotz Temperaturen von über 30 Grad einwandfrei. Ein Sonnenstick kam nur für das Gesicht (Jochbein, Nase) zum Einsatz. So hatte ich null Probleme mit Sonnenbrand.

    Fahrrad: Ein Gravelbike mag spritziger sein, ein MTB geländegängiger. Und dennoch war ich überrascht, was mein Stevens Tourenrad im Stande war zu leisten. Da ich aktuell nur ein Fahrrad besitze, war es doch beruhigend zu wissen, dass das Teil vom leichten MTB-Trail, über Asphalt und Schotter alles wegstecken kann. Und irgendwie doch cool, dass ich dank Dynamo + Licht und Schutzblechen nach der Tour einfach so in der Stadt weiterfahren kann, ohne auch nur ein Teil zu ändern. Die Einfachheit (einfach zwei Backroller am Gepäckträger fix montiert) ist natürlich auch echt praktisch. Natürlich aber kein Bike für alles. Klar. Und die Schwalbe Marathon Plus Reifen (kein einziger platter) und die hydraulischen Shimano Bremsen haben auch zu 100% abgeliefert. Das alles für überschaubares Geld. Fantastisch.

    Bergauf: Höhenmeter sind das eine. Für mich aber viel entscheidender für den Grad der Anstrengung sowohl beim Wandern als auch beim Radeln erwies sich der Grad der Steigung. Kurze, steile Anstiege (in Südtirol) waren wirklich deutlich anstrengender als lange, flache Steigungen (Timmelsjoch) mit in der Summe mehr Höhenmetern. Für viele ist das wohl nichts Neues oder selbstverständlich. Für mich aber war das eine ganz neue Erkenntnis.

    Die Durston Z-Flicks haben beim Bikepacking als Trekkingstockersatz auch klasse funktioniert.


    Noch ein paar fotografische Ergänzungen:

    Mein erstes Jahr im Lighter-Trekking-Universum geht zu Ende. Da dachte ich mir, ich veröffentliche nochmal meine Reiseberichte aus dem Nachbarforum an dieser Stelle. Viel Spaß beim Lesen und kommt gut ins neue Jahr ihr Lieben!

    Ende März ging es auf den Westweg.


    Ursprünglich der Versuchung erlegen, den Westweg in 7 Tagen zu wandern, wiesen mich Wetter und Jahreszeit mit mangelnder Wärme und weniger Licht schnell in die Schranken. So wurden es immer noch sportliche 6 Tage von Pforzheim bis zum Titisee. 217 km. Einmal alles von Schneesturm, Minusgraden bis blauer Himmel und Sonnenschein. Ich wollte Abenteuer, ich bekam Abenteuer. Allein am ersten Tag wurde ich mit Gewitter, Schnee und 80 km/h Sturmböen konfrontiert. Die Kontraste waren zahlreich auf dieser Tour. Mehr als einmal hatte ich Bange, dass meine Ausrüstung hält. Doch das tat sie und ich komme zu dem Schluss, dass ich fast alles nochmal genauso machen würde. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass Dinge funktionieren, wenn es drauf ankommt. Ich hatte Spaß trotz oder gerade wegen der Grenzerfahrungen in sicherem Rahmen. Ja, es war anspruchsvoll mit mehreren Tagen über 40 km am Tag und an zwei Tagen über 1000 Höhenmetern bergauf. 3 Nächte im Zelt, eine Nacht in einer Hütte, eine Nacht im Hotel in Forbach, die war notwendig und wichtig, um nach der Eiseskälte an Tag 2 mental und körperlich wieder auf Temperatur zu kommen. Kann ich den Westweg empfehlen? Auf jeden Fall. Ich fand ihn sehr abwechslungsreich. Manchmal gab es längere Strecken auf Forststraßen, aber die waren durchaus ein Segen, gerade bei dem Wind und Schnee, der mir teilweise das Leben schwer machte. Die Highlights zwischendrin haben alles wieder gut gemacht. Die Ausblicke waren jeden Schritt wert. Wer wenig Zeit hat oder entspannter unterwegs ist, kann sicherlich in Forbach einsteigen, wobei ich davor auch schon richtig schöne Momente hatte. Es gab viele richtig schöne Single Trails. Begegnungen gab es ein paar wenige. Mein Rucksack wurde dann häufig als ziemlich klein bewertet. Wie denn da alles rein passen könne?? Die meiste Zeit war ich alleine. Nun fehlt mir noch der Südschwarzwald. Den werde ich irgendwann in Zukunft noch nachholen. Tolle Zeit, viele wertvolle Erfahrungen. Nur im März würde ich den Westweg nicht wieder wandern, wenn ich mit Zelt unterwegs bin. Kälte ist mir, auch wenn ich warm angezogen bin, auf Dauer zu zermürbend.

    Packliste: Klick

    Erkenntnisse:

    Rucksack Atom+ 50l: Verarbeitung, Design, Taschen, Zugänglichkeit klasse. Im Gegensatz zum HMG Unbound, den ich vorher hatte waren die Schultergurte sehr komfortabel. (S-Shape und Polsterung sei Dank). Volumen genau richtig. 40l wären definitiv zu klein gewesen bei 6-7 Tage Essen. Der Karbonrahmen hat leider so sehr rumgeknarrt, dass ich ich irgendwann richtig die Nase voll hatte. Ich dachte es liegt an meinen Drybags, die am Rahmen reiben. Also Evazote dazwischen. Hat nichts genützt. Wenn ich in der Natur bin, möchte ich meine Ruhe haben und nicht durch meinen eigenen Rucksack eine Lärmbelästigung erfahren. Hinzu kommt, dass meine linke Schulter immer wieder schmerzte (ist etwas höher als die rechte). Diese Schulter scheint kein Gewicht zu vertragen. Wirklich gar keins, weshalb ich mich davon verabschiedet habe noch leichtere Rucksäcke auszuprobieren. Der Brustgurt ist manchmal eine Friemelei, weil der rechte Verschluss unter der Netztasche liegt. Alles in allem eine Enttäuschung. Ich denke ich werde ihn verkaufen und mir stattdessen den Mo holen. Von den Loadliftern erhoffe ich mir auch eine Entlastung der Schultern, da der Zug nach hinten mit dem Atom+ gerade am Anfang der Tour doch erheblich war. Alternativ sehe ich nur noch den Kakwa (Farbe ist nicht meins) und Arc Haul (zu teuer).

    Zelt Durston X-Mid Solid: Klasse. Hat unter den genannten Bedingungen seinen Job gemacht und ließ sich schnell aufbauen, als ich im Sturm dringend Schutz brauchte. Mit 6 Y Heringen gings gut, zwei weitere zum Abspannen der großen Flächen hätten es wahrscheinlich etwas ruhiger im Wind gemacht. Schlafen ging so bei den starken Böen nur mit Oropax, da die Flächen schon etwas schlugen. Stand aber unabhängig davon sicher. Braucht eine ebene Fläche, sonst entsteht eine Lücke zwischen Fly und Boden. Hat mich am Anfang gestresst. Doch es ließ sich eigentlich immer was finden. Gerade bei dem Wind am Anfang war ich um das Solid Innenzelt froh.

    Kleidung: Fast genauso wieder. Ich hatte noch überlegt mir ein Senchi zu holen. Doch es ging auch ohne gut. Gerade der 100 Fleece hat mich positiv überrascht und die Weste lässt sich auch super bei Aktivität tragen. Da ich mich nach der Tour über Ostern noch in zivil bewegte, wollte ich Sachen die auch dort funktionieren/optisch verträglich sind 😄

    Socken: Hier würde ich vielleicht nochmal was anderes ausprobieren, da ich mir trotz Liner eine Blase am linken kleinen Zeh lief. Silverlight vielleicht. Wobei das auch einfach an dem Pensum gelegen haben mag.

    Schuhe Lone Peak 7: Mein erster Altra. Nie wieder ohne weite Fußbox. Quasi keine Dämpfung. Der Olympus wäre eigentlich meine 1. Wahl gewesen, aber der rutschte am Fuß.

    Handschuhe: Kalte Hände sind leider wegen vorhandenem Raynaud-Syndrom häufiger ein Thema gewesen. Es ging zwar mit meiner Kombi + Bewegung, ein Traum wären allerdings UL beheizbare Handschuhe.

    Gaiters: Nicht gebraucht und zu nervig, wenn Regenkleidung an/aus Thema war.

    Essen: Mein Essen am Tag (ca. 700g) bestand aus: 3 Clif Bars (zusammen 210g), 250g Schoko Porridge (davon 30g Proteinpulver und 30 g Nüsse), 200g Trek 'n eat Performance, Mg Citrat, Bitterschokolade. Wenn ich es nochmal so sportlich angehe und autark sein möchte, würde ich 3 Clif Bars mehr und 50g mehr Porridge pro Tag einpacken. Bei dieser Tour wurde mein Defizit durch 2 Restaurantbesuche und 1 Frühstück im Hotel ausgeglichen.

    Isomatte: Das war der erste Versuch mit dieser neuen Kombi aus Flex Mat Plus und 3mm Evazote. Ich brauchte etwas um damit warmzuwerden. Die ersten Nächte schlief ich nicht sonderlich gut. Doch es wurde besser. Einfach ins Zelt schmeißen fertig, genial. Bis knapp unter 0 Grad ok. Werde ich wahrscheinlich wieder so machen.

    Kopflampe petzl elite: Ich brauch was Stärkeres. Ging zwar aber ich möchte die Sicherheit im Dunkeln noch den Weg ausleuchten zu können. Nightcore UL oder Fenix HM 50 R. Ich überlege noch.

    Zeltunterlage Tyvek HS: Hab ich lange überlegt, ob ich sie mitnehme. Hab sie letztlich zuhause gelassen und nicht vermisst.

    Trekkingstöcke: Das nächste mal vorher die Verschlüsse nachziehen. Einer begann irgendwann bei zu straken Druck sich einzuziehen.

    Schraubenzieher für Brille: Den würd ich mitnehmen. Wiegt 1g vielleicht von Victorynox. Mein Brille begann zu rutschen und ich konnte die Schrauben nicht nachziehen.

    Schlafsack WM Terralite: Bis knapp unter null Grad mit Kleidung an ausreichend. Ich bin sehr zufrieden mit dem Platzangebot.

    Bidet: Wieder nicht benutzt. Stattdessen Klopapier mit einem Hauch Wasser.

    Alleine wandern: Hat was, aber die Einsamkeit ist nicht zu unterschätzen. Manchmal habe ich mir einen Buddy gewünscht.

    Nicht naiv sein. Mut zur Anpassung: Ich musste mich am Anfang ein paar mal bremsen. Als es so kalt wurde, nahm ich mir z. B. das Hotel und verzichtete auf die eigentlich geplanten 20 weiteren km. Manchmal geriet ich in einen Tunnel und sah nur noch die Kilometer. Das kann gefährlich werden. Ich blieb dann stehen und atmete ein paar Mal tief durch. Zur weiteren Sicherheit teilte ich jeden Abend den Standort mit meinen Verwandten. Handyempfang war fast überall vorhanden.

    Kilometer: Ich denke mein Sweetspot liegt zwischen 30 und 40 km am Tag. Über 40 waren machbar, aber vielleicht wären Blasen und Fußschmerzen vermeidbar gewesen, wenn ich etwas weniger am Tag gelaufen wäre. Wobei rein konditionell über 40 auch mit den Höhenmetern eigentlich kein Problem darstellten.


    Kleine Ergänzung mit Details zu den Etappen. Navigiert und aufgezeichnet habe ich alles mit Pocket Earth Pro.


    0. Tag: Anreise nach Pfortzheim

    • Übernachtung: Schönbuchen-Pavillon mit Isomatte, Schlafsack

    1. Tag: Pfortzheim -> Kreuzlehütte

    • 41,4 km, 10 Std. 38 min, 3,9 km/h Ø, Aufstieg 677 m, Abstieg 131 m
    • Übernachtung: Zelt

    2. Tag: Kreuzlehütte -> Forbach

    • 18,4 km, 5 Std. 35 min, 3,3 km/h, Aufstieg 150 m, Abstieg 759 m
    • Übernachtung: Hotel-Pension am Mühlbach
    • hier gab es eine lange Umleitung auf Forststraßen

    3. Tag: Forbach -> kurz vor Ruhestein

    • 34,7 km, 10 Std., 3,5 km/h, Aufstieg 1212 m, Abstieg 503 m
    • Übernachtung: Zelt
    • meine Lieblingsetappe, sehr abwechslungsreich

    4. Tag: Ruhestein -> Hohenlochenhütte (daneben ist eine Schutzhütte mit Strom)

    • 44,1 km, 11 Std. 28 min, 3,8 km/h, Aufstieg 503 m, Abstieg 863 m
    • Übernachtung: Schutzhütte
    • viel Forststraße

    5. Tag: Hohenlochenhütte -> kurz vor Weißenbacher Höhe/Vogte

    • 36,8 km, 10 Std. 47 min, 3,5 km/h, Aufstieg 1009 m, Abstieg 667 m
    • Übernachtung: Zelt
    • Der Anstieg nach Hausach hat es in sich, es geht ziemlich steil bergauf

    6. Tag: kurz vor Weißenbacher Höhe/Vogte -> Titisee

    • 41,5 km, 9 Std. 36 min, 4,3 km/h, Aufstieg 300 m, Abstieg 454 m
    • Abreise
    • mehr und mehr Kulturlandschaften

    Mein erstes Jahr im Lighter-Trekking-Universum geht zu Ende. Da dachte ich mir, ich veröffentliche nochmal meine Reiseberichte aus dem Nachbarforum an dieser Stelle. Viel Spaß beim Lesen und kommt gut ins neue Jahr ihr Lieben!

    Den Start macht die Lüneburger Heide im Januar 2024.

    Moin :)

    Meine erste richtige Trekkingtour. Ganz spontan. Ganz kurz, aber in Gänze großartig und sehr lehrreich. Ich musste raus aus der Großstadt HH, den Unialltag mal hinter mir lassen. Der Wetterbericht kündigte 8 Stunden Sonne an. Also los. Die Heide ruft.

    Die Route:

    Die meiste Zeit folgte ich dem Heidschnuckenweg. Ich hatte vorher recherchiert (auch hier im Forum) und mir die schönsten Etappen rausgesucht. Übernachtet hab ich in einer Schutzhütte. Zelt hatte ich nur dabei, um ein Gefühl für Gewicht zu bekommen. Ich habe bewusst etwas mehr mitgenommen, um an ein potentielles Gewicht für Mehrtagestouren zu kommen. Anfahrt entspannt mit dem Metronom von Hamburg. Zurück ging es mit dem Ersatzbus bis Buchholz wegen des Streiks.

    1. Tag: Buchholz in der Nordheide -> Wilseder Berg https://www.komoot.de/tour/1423324865 + https://www.komoot.de/tour/1423325137

    2. Tag: Wilseder Berg -> Schneverdingen Google Maps

    Die Packliste:

    https://lighterpack.com/r/1ppstm

    Die Erkenntnisse:

    1. Isomatte: Die z-sol Isomatte ist zu dünn. Für mich als Seitenschläfer muss was anderes her. Ich komme von einer neoair xtherm, die mich in sieben Jahren noch nicht im Stich gelassen hat. In Zukunft würde ich aber gerne auf etwas mit mehr Ausfallsicherheit wechseln. Und ich brauche die Isomatte über die ganze Länge, nicht Short oder XS. Mein Versuch nur mit Rucki unter den Beinen war dann doch zu kalt. Passierte, als ich um 3 Uhr nachts die Iso doppelt nahm, um meiner schmerzenden Hüfte entgegen zu kommen. Exped Flex Mat Plus + GG Thinlight Folded wird mein 2. Versuch in diese Richtung sein. Interessant war aber auch, dass mir nicht zu kalt war, trotz -2 Grad Celsius.
    2. Wind: im Gesicht beim Schlafen ist blöd, auch wenn der Schlafsack warm ist. Es zog ordentlich. Hat mich darin bestärkt in Zukunft eher auf ein Solid Inner beim Zelt zu setzen. Aktuell tendiere ich somit zum X-Mid Solid statt zum Plex Solo.
    3. Socken: Ich hatte Smartwoll an und nach knapp 40 km am ersten Tag eine Blase an der Ferse. Werde mal die injinji Liner ausprobieren.
    4. Ein weiterer Versuch mein schweres Cocoon Kopfkissen mit Puffy in Drybag zu ersetzen ist gescheitert. In Zukunft kommt wieder das Kopfkissen mit. Leichtere Varianten, die ich bisher testete, gefielen nicht.
    5. Drybags: Sind klasse. Ein Müllbeutel riss, ohne größeren Schaden anzurichten.
    6. Wasserfilter Squeeze: nicht gebraucht. Bei Leuten geklingelt und einmal an einer Quelle gezapft. Trotzdem fand ich es irgendwie beruhigend ihn dabei zu haben.
    7. Einlagen: Mit der Zeit fräste sich der Sand wie Schmirgelpapier in die Ferse. Regelmäßiger von Sand befreien. Auch hier wären Liner vielleicht praktisch gewesen.
    8. Wärmflasche: PET-Flaschen mit kochenden Wasser zu befüllen ist nicht ideal. Das nächste mal vielleicht auf Mehrwegplastikflasche oder Nalgene setzen.
    9. Bidet: Nicht genutzt. Wenn Wasser wertvoll ist, fällt es mir schwer das Teil zu benutzen. Also Klopapier mit einem Hauch von Wasser, sicher umwelttechnisch nicht ideal, aber zielgerichteter.
    10. Mitts: Mitnehmen. Am zweiten Tag unter Null war es grenzwertig für die Hände. Decathlon MT 500 Überziehhandschuhe sind bestellt.
    11. Mütze: Als Brillenträger taten mir am Abend die Ohren weh. Am Tag zwei trug ich nur noch die Kapuze meiner Regenjacke. Da ich sowieso mal einen Sun Hoodie ausprobieren wollte, brauch die Mütze vielleicht in Zukunft nicht mehr zwingend.
    12. Trekkingstöcke Black Diamond: Für mich einer der wertvollsten Ausrüstungsgegenstände: Entlastung für meine vorbelasteten Fuß, Stabilität beim Umgehen von Schlammfeldern, Erleichterung bergauf wie bergab...Nie wieder ohne!
    13. Rucksack HMG Unbound 55l: Ein bissl gescheuert am Schlüsselbein, sonst sehr glücklich mit dem Teil. Sehe aktuell kein anderes Modell für mich. Da ich nicht/noch nicht Ultraleicht bin und verschweißte Nähte und eine gewisse Robustheit schätze. 55l waren die richtige Entscheidung. so kann ich die Schaum Isomatte auch mit drinnen versenken. Durch die gute Kompressionsmöglichkeit sind auch tatsächlich keine Lastenkontrollgurte nötig gewesen. Und ich lieb die Taschen. Organisation ist super möglich. Dadurch das die Seitentaschen niedrig sind, komme ich super an meine Trinkflasche ohne abnehmen ran. Ist es eigentlich normal, dass man an den Kontaktpunkten ein wenig seinen Körper am Abend merkt. Schlüsselbein einseitig war da etwas rot. Hüfte fühlte sich etwas nach blauem Fleck an. Oder sollte das auf keinen Fall sein? Vielleicht geht das ja auch weg mit der Zeit, wie beim Bikepacking als nach acht Tagen mein Gesäß plötzlich keine Schmerzen mehr aussendete.
    14. Schlafsack WM Terralite: Warm genug bei -2 Grad und für aktive Seitenschläfer wie mich ein Tanzpalast, eine wahre Freude.
    15. Gewicht: Mit knappen 9 kg Bruttogewicht zu Beginn war ich nicht überlastet. In meiner aktuellen Planung für eine Mehrtagestour mit Essen für 6 Tage liege ich bei 12 kg. Klingt erstmal machbar.

    Die Tour war ein voller Erfolg für mich. Mein Fuß hat gehalten und ich hab Lust bekommen, das zu wiederholen. An dieser Stelle nochmal DANKE, an Eure Beiträge, die das mit möglich gemacht haben. Oft überkam mich ein breites Grinsen, Glück und Dankbarkeit. Ein Heide-Winter-Traum. Jetzt die Bilder...


    1. Tag


    2. Tag

    Nach wenig Schlaf wegen der zu harten Isomatte, wurde ich dafür mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt. Am Abend zuvor war ich leider 45min zu spät am Ziel und verpasste die blaue Stunde.


    Moin! Auf dem Weg nach Schöna zum Start des Forststeigs. Ziel ist heute der Taubenteich. Noch jemand am Start? :)

    Falls das Thema hier nicht hinpasst oder einen eigenen Ordner verdient, gerne verschieben.