Ich bin gerade erst auf diesen alten Faden aufmerksam geworden und ergänze als Besitzer eines Cumulus Aerial mal meine Praxiserfahrung; vielleicht ist das ja auch heute noch für jemanden hilfreich.
Gleich vorweg allerdings die Einschränkung, dass es bei mir nicht um den im ersten Beitrag genannten Aerial 330 geht, sondern um den Aerial 180 (=> hier der Herstellerlink: Aerial 180 Daunenschlafsäcke Cumulus® outdoor). Meiner hat also 150 g weniger Daunenfüllung und somit logischerweise einen anderen Temperaturbereich (+4°C statt -1°C), ist daher - alleine - sicher auch nicht die richtige Wahl für Lappland, selbst im Sommer.
Im Gegensatz zum 330er hat der 180er keine Kapuze. Da ich nur 170 cm klein bin, habe ich mein Exemplar im Vergleich zum Standardmodell individuell von Cumulus 13 cm kürzer produzieren lassen, was mit 10 g weniger Daunenfüllung einherging. Mein Exemplar ist also eigentlich ein Aerial "170", der statt 175 cm nur 162 cm lang ist. Für mich passt das von der Länge her genau. Und das Gesamtgewicht liegt bei gerade mal 283 g. Die +4°C schafft er meiner Meinung nach nicht ganz, ich würde eher +7°C/+8°C schätzen, aber zum Einen war mir schon vorher klar, dass die offiziellen Angaben wie so oft zu optimistisch sind, und zum Anderen friere ich auch eher schnell. Für meinen Einsatzzweck (sommerliche Touren, nicht alpin, nicht nordisch) reicht das aber.
Mit der speziellen Bauweise, dass der Rücken durchgehend mit dünnem Stoff bedeckt ist, bin ich zufrieden. Mit einem früheren Quilt, der nur dünne Befestigungsgurte hatte, bin ich nicht klar gekommen. Aber das ist natürlich individuell, evtl. habe ich mich dabei einfach nur blöd angestellt. Beim Aerial mit dem durchgängigen Stoff verrutscht mir nichts, ich habe kein Zugluftproblem. Allerdings schlafe ich auch den Großteil der Nacht recht ruhig auf dem Rücken, und wenn ich mich mal drehe, passiert das - im Zelt - meist so bewusst und wach, dass ich dabei wirklich nur meinen Körper innerhalb des Schlafsacks drehe anstatt meinen Körper MIT dem Schlafsack zu drehen; der Schlafsack bleibt dabei also, wie er ist, die isolierte Seite ist weiterhin oben, die Daune wird nicht platt gedrückt; andernfalls bekäme ich natürlich sofort einen kalten Rücken. Wer also auch auf Tour tief und fest schläft, sich nachts daher unbewusst hin und her dreht und dabei den Schlafsack mit dreht, der wird mit dem Aerial keinen Spaß haben. Und ja, der Aerial 250 und der Aerial 330 mit ihren Kapuzen - zur Erinnerung: Der Aerial 180 hat als einziger dieser Reihe keine Kapuze - setzen dieser Drehtechnik natürlich Grenzen: Man hätte dann in Seitenlage die Kapuze vor der Nase ... Ganz abgesehen davon, dass diese Kapuze auch einen Teil des eingesparten Gewichts wieder zunichte macht.
Fazit: Ich persönlich bin mit Bauweise, Gewicht und Volumen des Aerial 180 (bzw. 170) zufrieden. Den Stoffrücken werde ich nicht entfernen, er funktioniert für mich besser als dünne Gurte. Ist aber natürlich alles Geschmackssache. Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Aerial zu kaufen, sollte vorher gut überlegen, ob dessen Konzept zu den eigenen Vorlieben passt.