Hallo in die Runde,
dies war meine erste mehrtägige Wanderung, die ich zu meiner Zufriedenheit abschließen konnte, nachdem ich zuvor 2023 und 2025 zwei Touren wegen mangelhafter Ausrüstung beenden musste. Seitdem habe ich schon ein paar andere Touren auf Wanderwegen in D und DK absolviert, den Trailrunnern sei dank!
Tag 1: 27 km
Nach der Ankunft in Bad Kissingen am Mittag ging es gleich los. Ich versuchte meine Geschwindigkeit zurückzuhalten, um meine Sehnen in den neuen Laufschuhen zu schonen, aber die Schuhe passten gut. Es ging vor allem durch wenig spektakuläres Land, und ich verbrachte die meiste Zeit mit gehen. So kamen wenig Fotos zustande.
Nach dem Abendessen an einer Wasserstelle durchquerte ich noch das seltsam "linear" aufgebaute Dorf Langenleiten, das ich ob des schönen Wetters und der musizerenden Bewohner mit etwas melancholischem Gefühl wieder verließ (Das Bild zeigt drei der quer angeordneten alten Höfe). Ich fand ein paar Kilometer später einen Lagerplatz an einem kurzen Wiesenrand.
Tag 2: 35 km
Am nächsten Tag hatte sich das Wetter etwas zugezogen, auch ging es nun auf die höheren Lagen der Rhön.
So erreichte ich im Nieselregen das Kloster Kreuzberg mit gleichnamigem Berg, das nicht mit Trinkwasser, aber mit Aussicht aufwarten konnte. (Kein Bild)
Im Lauf des Tages erwischten mich mehrere heftige Regenschauer. Deswegen bin ich da eher im Regenmodus marschiert, anstatt Bilder zu machen. Allerdings wechselten sie sich auch mit Schönwetterphasen ab. Schön war der erste Teil des namensgebenden Naturschutzgebietes Lange Rhön, durch das sich der Weg, mit Blumen, Felsbrocken und Himbeeren gesäumt, schlängelt.
Am Anfang des Waldes danach begann wieder ein starker Regenschauer, gefolgt von mehreren Kilometern Kiesweg, zum Teil an einer Straße. Das war vermutlich der unschönste Teil der Tour, auf Kiestraßen ohne Aussicht entlangzumarschieren, während meine Fußsohlen schmerzten und Regenwolken über mich zogen. Vor dem Ort Frankenheim, der bereits in Thüringen liegt, kochte ich mein Abendessen in einer Schutzhütte. Dabei begegnete mir eine laute Gruppe Leute, die mir erklärten, dass die Brunnen im Ort nicht zum Trinken geeignet seien, und mir ungefragt ihr Trinkwasser überließen. Trotz dieser großen Freundlichkeit musste ich mir am Friedhof noch Wasser filtern, um für die Nacht ausreichend zu haben. Ich übernachtete in einer Schutzhütte auf der anderen Seite des Ortes.
Tag 3: ca. 32 km
Am Morgen verhinderte dichter Nebel jede Aussicht. Nach einem Abstecher nach Kaltennordheim über schlammige Feldwege unterschied sich das Wetter und die Aussicht kaum vom Vortag: heideartige Kuppen, grasende Rinder und gelegentlich auch noch verlassene Wachtürme der alten Grenze.
Am Abend versuchte ich in einem kleinen Dorf an Wasser zu kommen, jedoch waren die Brunnen aus der Karte ausgetrocknet. Ich lief also die Straße zum zweiten Mal entlang, um zum Weg zurückzukehren, und wurde wieder einmal von Anwohnern begrüßt, die mir mein Wasser auffüllten, und sogar noch eine Limo aufschwatzten! Also stieg ich mit der schweren Glasflasche im Rucksack wieder den Berg hoch und verlief mich. Oben blies mir eine heftige Mischung aus Wind, Sonne und Nieselregen ins Gesicht, die zusammen mit der weiten Aussicht und der prächtigen Hütte am Gipfel das Hochgefühl noch steigerte.
Nach dem Abendessen stieg ich wieder herab, um in einer anderen Schutzhütte zu übernachten.
Tag 4: 25 km
Das Highlight dieses Tages dürfte wohl der alte Eibenwald Ibengarten gewesen sein (ein ganzer Hang, der mit riesigen alten Eiben bewachsen ist). Später überquerte ich den Pleß und versuchte, am eingezeichneten Bach einen Schlafplatz zu finden. Jedoch war das Gelände durchwegs steil und der Bach trocken. Weit unten am Ende des Tals fand sich endlich wieder Wasser und Platz. Dem Wasser traute ich nicht wirklich, aber der Filter scheint ausreichend funktioniert zu haben.
Tag 5: 6 km
Wegen des Wassermangels am Vortag hatte ich nur noch ein kurzes Stück zu gehen. Ich schlenderte noch oberflächlich durch Bad Salzungen und konnte schon am Vormittag die Rückfahrt antreten.