Weiter geht's zum Frühstück nach Kaleücagiz.
Ganz beschauliches Dörfchen, eher Individualtourismus statt Bettenburgen, wie in vielen Orten hier.
Und - brauchbaren Kaffee gibt's, dank Vater und Sohn, die sich wohl auf Reisen von Hipstercafes etwas haben inspirieren lassen. Das Wetter ist ungewohnt mäßig, es ist sogar Regen angekündigt, da ist außer den obligatorischen, deutschen Urlaubsfrühaufstehern mit der Brechstange neben uns am Tisch noch nicht viel los. Die Anzahl der Ausflugsboote verkündet aber auch hier eine eher geschäftige Hauptsaison.



Der Hafen und die Bucht von Kaleücagiz ist gleich von zwei vorgelagerten Inselketten geschützt - was für ein uneinnehmbarer Ort das einmal gewesen sein muss.


Es geht die Küste entlang Richtung Kale(köy), dem historischen Hafen und Burg der Bucht mit der Simena Nekropolis.
Vorbei an den Trockendocks, wo die schönen Holzboote, für die die Türkei bekannt ist, für die Saison fit gemacht werden.


Hier ist dann Restaurant- und Anlegertechnisch schon etwas größer aufgefahren - die Ruine aber auch wirklich toll gelegen - und von Steinsarkophargen übersäht - selbst im Wasser!








Weiter an sich im Bau befindlichen Holzbooten - beeindruckend

Und Plaste-Gewächshäusern und deren eher weniger beeindruckender Umgebung



Schweinemast und Armut auf der einen - Luxusresort auf der anderen Straßenseite - die berühmte Schere, um die sich der Schweinemastgestank jedoch nicht schert - Karma...

Es nieselt inzwischen leicht, der Boden wird lehmig-klebrig - und das skinout weight je Schuh gefühlt ein Kilo schwerer.
Wir treffen trotzdem immer wieder Tageswanderer, die die historische Landschaft erkunden - und ein Truppe halbstarker Kartoffeln auf erster Wandertour

Vor Demre hat sich das Wetter wieder etwas beruhigt, der Anfang der Bucht ist ganz hübsch, der Rest eher weniger - und so kürzen wir die lange Schnellstraße in die Stadt hinein per Taxi ab, als jemand auf Kundenjagd vorbeikommt.



Wir kaufen ein, schlagen uns in Demre den Bauch ordentlich voll - und beäugen dabei eher mäßig amüsiert, wie sich der Himmel wieder verdunkelt, geht es doch recht hoch hinaus in's Landesinnere. Und so halten wir uns noch eine ganze Weile an immer neuen Fressalien auf.
Aber was soll's, wird schon - so zumindest der Gedanke.
Der erste Aufstieg mit Blick auf die Obst- und Gemüseproduktion ist noch ganz passabel trotz Regen - allerdings wird es eher mehr als weniger.


Es fängt an zu dämmern - und regnet immernoch ordentlich - also laufen wir einfach weiter - wird schon aufhören - und weiter - wird schon...irgendwie nicht! Die Kopflampen reichen im Wolkenbruch und schon länger vollständiger Dunkelheit auch nicht allzu weit, der Weg schneidet durch den Hang, geeignete Campspots Mangelware, Stunde um Stunde.
Irgendwann stehen wir mitten am Wegrand, Stunden von einer Ortschaft entfernt an einem kleinen Flachbau - eine winzige Moschee.
It may - or may not be, dass wir, inzwischen klatschnass - im Gebetsraum übernachtet haben - mit ziemlich mulmigem Gefühl.
Und dass der automatische Tonband-Muezinruf uns ordentlich Schrecken eingejagt hat.
Auf Nächstenliebe gebaut hoffentlich mit dem Bemühen um Respekt rudimentär akzeptabel.
Der Tacho meldet knapp 25km, 1200hm rauf, 300 runter