Neben all den Dingen, über die man nicht reden darf (Forenregeln), geht mir darüber hinaus Deutschland im Bezug auf Wandern gerade so richtig auf die Nerven.
Ich wollte eigentlich den Westweg laufen (schon im Oktober, gab ja einen entsprechenden Forumseintrag).
Allerdings war die Natur so zugemüllt und die (deutsche) Mentalität/Haltung kotzt mich an.
Alles ist zugerammelt, ob Hütten, oder Toiletten oder eben zugeschissen, weil die Menschen zu blöd sind ihre Hinterlassenschaften mitzunehmen.
Es hat mich so gefrustet, dass ich nach schon zwei Tagen wieder nach Hause gefahren bin.
Das war jetzt ein weiterer Anlauf, den ich frustriert abgebrochen habe.
Deshalb wende ich mich nun an euch, vielleicht habt ihr ja Tipps, wie man das Ganze entspannter angehen kann, oder gar Alternativen im "Ausland", bei denen auch das Wildcampen weniger "Grauzone" ist. Ich wohne im Süden Deutschlands in der Nähe von Stuttgart.
Ich finde das stellst du einfach zu einseitig dar.
Erstmal ja, auf unserer Erde leben gefühlt aktuell 8,2 Milliarden Vollidioten die alles kaputt machen und die größtenteils egoistisch gegeneinander arbeiten und wir beide sind zwei davon ... finde den Fehler!
Und ja, auch hier in Deutschland gibt es gerade an den Hotspots oft Vollidiotenauflauf und viele davon sind laut, ignorant mit was-kostet-die-welt Verhalten.
Aber:
Die meisten der vielen Leute an solchen Hotspots wollen, wie du und ich, einfach nur den Spot genießen, sind ruhig, rücksichtsvoll und freundlich. Ich bin nur seltenst an solchen Hotspots aber z.B. im Schwarzwald auch schon ganz klassisch zum Feldberg hoch gelaufen, klar sind da dann andere Leute aber oben an den Bänken alle ruhig und lächelnd ... da wo der Fresstempel mit Bushaltestelle ist, naja, da hab ich natürlich großzügig Abstand gehalten. Die Strecke vom Feldbergsee über einen kleinen Pfad wo ich alleine war und die Übernachtung in einer Schutzhütte knapp außerhalb des Nationalparks an einem klaren Bächlein, einsam und in absoluter Ruhe, war traumhaft.
Und es gibt sooo viele Bereiche im Schwarzwald, Pfälzerwald, Hunsrück, Westerwald, Vogesen, Thüringerwald, ja, sogar Elbsandstein, etc. zu Fuß oder per Boot auf den östlichen Seen, Saale oder den Rheinauen und Rheinufern wo ich hier, mitten in D tagelang alleine im Wald war ohne einen anderen Menschen zu treffen (am Rhein fahren natürlich Schiffe vorbei).
Allerdings laufe ich selten nur den markierten Wegen hinterher mit GPS-Track (sowas hab ich gar nicht, immer komplett offline) sonder nehme eine Old School Papierkarte, ja, davon braucht man auf längerer Tour auch mal drei, vier oder fünf, ogott sind die schwer, dafür kann ich die ausbreiten und übersichtlich die kleinen Wege neben den markierten Wegen finden und nutzen. Oft gibts auch halb vergessene und halb zugewachsene Wege die in die richtige Richtung führen, das sind die besten. Oder auch mal querfeldein um einen kleinen Bach oder Tümpel für das Nachtlager zu finden.
Jepp, das ist dann kein Kilometer fressen aber "Abenteuer", am liebsten wärs mir wenns gar keine markierten "Prädikatswege" gäbe.
Genau genommen wundert es mich sogar wie viel Platz "für Abenteuer" es im extrem dicht besiedelten Deutschland gibt und bisher hat mich auch noch niemand angemacht wenn ich mich im "Graubereich" bewegte, im Gegenteil, bei den zwei, drei abendlichen Begegnungen mit Förster war das freundlich und interessiert "welch tolle, ungewöhnliche Ausrüstung" ich doch habe. Ein Förster im Pfälzerwald hat mich am Weg am frühen Abend mal gefragt wo ich übernachten werde (der ist ja nicht doof und sieht den Rucksack mit EVA-Rolle), die angegebene Hütte sagte er gibts nicht mehr, stattdessen wies er mir nach freundlichem Gespräch quasi einen wirklich tollen Übernachtungsplatz zu, an einem Bach gelegen auf grüner Lichtung, top. Wenn jemand fragen sollte, sagen Sie es ist mit Förster X abgesprochen ... wies in den Wald reinschreit ...
Ich finde Deutschland als stark zersiedeltes und bevölkertes Nicht-Flächen-Land erstaunlich freundlich und offen!!
Offenheit, Unbekümmertheit, erst mal allem locker und positiv begegnen, ich denke das hilft ... auch wenns hier nirgendwo einsamste Wildnis gibt, oftmal kann ich mich hier so fühlen ... auch wenns mir z.B. in Nordskandinavien, wenns nicht grad der Kungsleden im Sommer ist, viel besser gefällt.