während Schutz, Nahrung, Wasser und Wetter einen enorm hohen Stellenwert haben
Dazu fällt mir ein, dass das alles auch Fluchtgründe sind 
Und in Ergänzung zu wilbo oben: ... wenn man unterwegs auf andere Fremde trifft, geht man in der Regel freundlich und friedlich aufeinander zu, teilt, kommunikativ und real, was man hat und den unmittelbaren Bedürfnissen entsprechend. Ohne Mehrwert, ohne Ausbeutung und meist auch entgegen Herrschafts- und Vorurteilsverhältnissen, deren mehr oder weniger kritischer Teilnehmer man sonst ist.
Für Leute, für die "Fluchtgründe" sonst eher nicht bestehen (also uns), ist Wandern subjektiv ziemlich weit interpretierbar, je nachdem, wieviel Gedanken man sich so macht im Leben. Je subjektiv unreflektierter desto flüchtiger würde ich sagen, aber flüchtig fängts ja oft an mit dem Wandern und man lernt, was einem daran gefällt...
Wandern ist Ortsveränderung und zeigt übers eigene Leben am festen Ort deshalb notwendigerweise hinaus. Kann man über Eskapismus oder Eschatologie und Utopie, überhaupt: Veränderung reden, muss aber nicht, weil ja einigermassen feststeht, wohin man zurückkehrt (was man unterwegs gern vergisst, irgendwie Ziel der Bewegung).
Unterwegs sein, weite Blicke und überraschende Begegnungen finden hat sich bei mir als Muster des von mir eher ziellos betriebenen und spontan schlenkernden Wanderns herausgestellt. Seit ich arbeite. Diese Selbsterkenntnis des Wanderns sehe ich auch in meiner Arbeitsweise, wobei (auch) für die Arbeit das Handwerskzeug die Wegmöglichkeiten vorgibt und ich so eine Art Wanderführer für Wanderer bin, die Fluchtgründe haben und hier an einem örtlich bestimmten Ziel angekommen sein wollen. So ein Ziel habe ich eher erst für die Zeit als Rentner, aber ich weiss, obwohl ich viele in Frage kommende Orte gesehen habe, immer noch nicht, ob das ein Ort ist.
Heisst: ebenso wie die Unmittelbarkeit ( wilbo ) ist mir die Flüchtigkeit wohl wichtig, die (ausser "natürlicher" Unmittelbarkeit auch) Leichtigkeit und Ungleichzeitigkeit zulässt.
WonderBär Flucht aus dem Kerker planen und machen - find ich ja schon sehr anders als Wandern. Den gesellschaftlichen/psychologischen "Kerker" darf man je jederzeit auf Urlaub verlassen :-). Ein aktuelleres Buch (Flucht vorm Kerker): https://unrast-verlag.de/produkt/aus-de…tab-rezensionen