Zugegeben, nicht unbedingt ein klassisches DIY-Projekt, aber vielleicht trotzdem interessant für jemanden. 
Schon seit längerer Zeit bin ich ein großer Fan des Primus OmniLite Ti. Für mich bietet dieser Kocher zahlreiche Vorteile gegenüber den hier wesentlich gängigeren Gaskochern, z. B. eine ewig lange Laufzeit bei nur minimalem Brennstoffverbrauch sowie eine unkomplizierte Versorgung mit Flüssigbrennstoff, selbst in den entlegensten Regionen. Zudem kann der Brennstoffvorrat einfach abgelesen und nachgefüllt werden, ohne dass blinde Schätzungen der Restkapazität erforderlich sind.

Bild 1: Primus OmniLite Ti im Originalzustand. (Quelle: Primus)
So sehr ich diesen Kocher schätze, so sehr stören mich doch einige seiner Besonderheiten. Zur universellen Verwendbarkeit mit Flüssigbrennstoff und zusätzlich auch mit Gaskartuschen hat Primus der Brennerzuleitung ein so genanntes Lindal-Ventil spendiert. Damit kann der Schlauch des Brennerkopfes auch auf handelsübliche Flüssiggaskartuschen geschraubt werden, womit das System als herkömmlicher Schlauchkocher ("Remote Gas Stove") nutzbar wird. Dies ist in meinem Falle jedoch irrelevant, da ich Gaskartuschen nicht nutze.


Bild 2 und 3: Anschlusspunkt für Benzinschlauch am Lindal-Ventil der heutigen "ErgoPump"-Pumpe. Der Anschluss muss zum Aufschrauben des Benzinschlauches rotiert werden.
Im Originalzustand mit Flüssigbetrieb wird dieser Benzinschlauch nun also nicht auf eine Flüssiggaskartusche, sondern auf die Benzinpumpe geschraubt, welche affin der Gaskartuschen an deren Ausgang ebenfalls mit einem Lindal-Ventil versehen ist. Da es sich hierbei um keine Steck-, sondern um eine Schraubverbindung handelt, führt dies in der Praxis zur Notwendigkeit eines störenden An- und Abschraubens der Benzinleitung an die Pumpe. Dabei wird auch die Dichtung im Drehgelenk vor dem Lindal-Ventil aufgrund der unvermeidlichen Materialreibung nicht unbedingt von ewiger Lebensdauer geprägt sein. Beim An- und Abschrauben des Lindal-Adapters unter Druck entweicht zudem stets eine geringe Menge Brennstoff, bis das Ventil nach vollständiger Entfernung des Gegenstücks wieder lückenlos verschlossen ist. Zu allem Überfluss wird der Schlauch des Brennerkopfes aufgrund des rechtwinkligen Lindal-Adapters (siehe Bild 1) nicht in Querrichtung von der Flasche abgeführt, sondern in Längsrichtung, wodurch der Flaschenboden im Betrieb stets zum Brennerkopf zeigt.
Eine bessere Lösung zur unkomplizierten Verbindung von Brennerkopf und Pumpe soll also her.
Im Zuge meiner Recherchen auf ClassicCampStoves.com habe ich gesehen, dass Optimus bei früheren Nova-Kochern eine Schnellkupplung des schwedischen Herstellers CEJN an der Pumpe verbaut hat. Ähnlich einer Gartenschlauch-Schnellkupplung muss der Benzinschlauch hier lediglich eingesteckt werden, wodurch eine zuverlässige Verbindung zur Pumpe hergestellt wird. Zwar stellt insbesondere das alte, ehemals noch in Schweden gefertigte Modell des Nova wirklich einen tollen Mehrstoffkocher dar. Aufgrund der robusten Bauweise ist dessen Gewicht allerdings nicht annähernd mit dem OmniLite Ti vergleichbar.
Wie könnten nun die Vorteile des Nova-Systems mit dem Gewicht und den Vorteilen des OmniLite Ti kombiniert werden? Hier hatte der User pau-i-amor auf ClassicCampStoves.com eine tolle Idee.
Beim Primus-System gefällt mir insbesondere das zusätzliche Ventil zum Abstellen der Brennstoffzufuhr unmittelbar in Pumpennähe. Neben dem üblichen Nadelventil am Brennerkopf besitzt der Kocher damit noch eine weitere Möglichkeit zum Abschiebern der Brennstoffzufuhr, was ich aus Sicherheitsgründen begrüße. Zwar hat Optimus diese Funktionalität bei den neueren Pumpen ebenfalls nachgerüstet, dort aus Kostengründen aber leider keine professionelle Industrie-Schnellkupplung mehr verbaut. Stattdessen kommt hier nun ein proprietärer Bajonett-Anschluss zum Einsatz. Bei den älteren Nova-Pumpen entfällt das zusätzliche Ventil hingegen vollständig, weshalb ich nicht einfach nur eine alte Nova-Pumpe mit Schnellkupplung, dafür aber ohne Ventil mit dem OmniLite-Brennerkopf kombinieren wollte.
Eine Primus-Pumpe mit Lindal-Anschluss soll also auf ein Stecksystem mittels Schnellkupplung umgerüstet werden. Aufgrund des spritzgegossenen Kunststoffgehäuses der neueren ErgoPump-Modelle sind hier leider keine Anpassungen möglich, weshalb eine andere Lösung gesucht werden muss. Im Gegensatz zu den neuen Pumpen waren deren Vorgängerversionen nahezu vollständig aus Metall gefertigt, wobei das Pumpengehäuse in sehr hochwertiger Verarbeitung aus Vollmaterial (Aluminium) gefräst wurde. Offenbar hat Primus bei den alten Modellen dabei über mehrere Jahre hinweg den gleichen Pumpenrohling genutzt, um verschiedene Varianten ihrer Kochermodelle damit auszustatten. So besaß zum Beispiel das Modell “Himalaya VariFuel” die präferierte Ventilspindel direkt im Pumpenkopf, während die baugleiche Ventilspindel an den Modellen “Himalaya MultiFuel” innerhalb des Lindal-Adapters am Benzinschlauch verbaut wurde. Alle MultiFuel-Modelle waren also auch damals schon mit Gaskartuschen nutzbar, während dies bei den ausschließlich für Flüssigbrennstoffe geeigneten VariFuel-Modellen nicht möglich ist.
Es war zunächst also notwendig, folgende Teile ausfindig zu machen:
- altes Modell der ErgoPump aus Vollmaterial (Aluminium)
- altes Modell eines Himalaya-Kochers mit Ventilspindel im Lindal-Adapter am Schlauchende, sofern das gefundene Pumpenmodell keine Ventilspindel besitzt und stattdessen mit einem Blindstopfen verschlossen ist
- CEJN-Schnellkupplung der Serie 141 mit einem zylindrischen G 1/8" Gewinde, alternativ könnten auch Kupplungssysteme von der Firma Rectus genutzt werden (z. B. die Serie 20 KA NW 2,7).

Bild 4: Zwei Exemplare der alten Primus-Pumpen aus Metall. Zu sehen sind die beiden Lindal-Ventile (jeweils rechts neben den Pumpen), welche für den Umbau demontiert werden müssen. Links oben zu sehen ist das Nadelventil, welches bei den VariFuel-Modellen bereits in den Pumpenkörper integriert war.


Bild 5 und 6: Vergleich der beiden Lindal-Ventile. Interessanterweise gab es auch hier zwei Generationen. Während die vermutlich erste Generation durch eine Bördel-Kante noch nicht demontiert werden konnte, so war bei der zweiten Generation durch Entnehmen des axialen Sicherungsrings ein Dichtungswechsel möglich.
Nach Demontage des alten Lindal-Ventils und des gegenüberliegenden Blindstopfens konnte der Pumpenkopf zur verbesserten Rundheit mit einem Dreischneider auf den notwendigen Kernlochdurchmesser aufgebohrt werden. Anschließend wurde mit einem Sacklochgewindebohrer ein zylindrisches G1/8” Gewinde eingebracht, woraufhin die CEJN-Schnellkupplung eingeschraubt und mit Teflonband abgedichtet werden konnte. Die nun ungenutzte Öffnung des Verschlussstopfens auf der gegenüberliegenden Seite der Schnellkupplung wurde mit der Ventilspindel des VariFuel-Kochers versehen, wobei es sich um identische Gewinde und Bauformen der Spindel handelt. Damit war zumindest hier keine Anpassung notwendig. Alle Teile wurden vor der Montage entsprechend abgedichtet bzw. mit Trockenschmierpaste versehen.

Bild 7: Aufbohren und Gewinden der ehemaligen Aufnahmebohrungen für die Lindal-Ventile.
In einem letzten Schritt musste nur noch der Benzinschlauch des Brennerkopfes von seinem originalen Lindal-Adapter befreit und mit einer der CEJN-Kupplung zugehörigen Schlauchtülle konfektioniert werden. Zum Abschneiden des Metallgeflechtschlauchs wurde dieser mit Gaffatape umwickelt und dann vorsichtig mit einem Winkelschleifer abgetrennt, ohne die feinen Drähte zu beschädigen. Ein Besuch beim örtlichen Hydraulikhändler sorgte für eine optimale Verpressung der erforderlichen Klemmhülse auf die Tülle, womit auch hier eine perfekte Verbindung hergestellt werden konnte.

Bild 8: Verpressung der Schlauchtülle mit dem Metallgeflechtschlauch
Ein erster Testlauf war erfolgreich, weshalb unmittelbar darauf ein realer Testeinsatz in den Alpen stattfinden sollte. Auch dieser Test verlief überzeugend, weshalb ich mit dem Umbau äußerst zufrieden bin.
Zuletzt noch die Gewichtsangaben:
- Brennerkopf mit Benzinschlauch und CEJN-Schlauchtülle: 187 g (Originalkonfiguration mit Lindal-Adapter: 221 g)
- Aluminium-Benzinpumpe mit Ventil und CEJN-Kupplung sowie Schutzkappe: 150 g (Originalmodell der neueren ErgoPump: 103 g, aber aus Kunstoff und ohne Schutzkappe)
- Brennstoffflasche aus Titan mit 500 ml Fassungsvermögen: 71 g
- Gesamtgewicht: 408 g
Mit einer alten MSR-Aluminiumflasche könnte das Gewicht auf 399 g gesenkt werden, wobei ich auf den Vorteil einer größeren Brennstoffflasche nur ungerne verzichten möchte. Meine ursprüngliche Konfiguration ohne Schnellkupplung und mit kleinerer Aluflasche lag bei 387 g, wobei es sich dabei noch um die “schlechtere” ErgoPump aus Kunstoff handelte. Die Aluminium-Pumpe wirkt demgegenüber nahezu unzerstörbar.


Bild 9 und 10: Fertig konfektionierte Schnellkupplung an der Pumpe. Die weißen Rückstände am Pumpengewinde sind auf die PTFE-Schmierpaste zurückzuführen.


Bild 11 und 12: Fertig umgebautes Kochersystem.
Fazit: Ist es ein schweres Kochsystem? Ja. War es den Umbau wert? Ja. Hat es Spaß gemacht? Ja! 
Beim Realeinsatz in den Alpen habe ich die Schnellverbindung direkt lieben gelernt. Anstecken, Ventil öffnen, fertig. Kein lästiges Drehen am Lindal-Ventil mehr, um den Brennerkopf mit der Pumpe zu verbinden. Noch dazu hat die Brennstoffflasche durch das nun am Pumpengehäuse befindliche Ventil und die Schnellkupplung eine doppelte Absicherung gegen Brennstoffverlust. Ich kann die Flasche also dauerhaft unter Druck transportieren und verliere keinerlei Brennstoff mehr, wenn ich den Brenner von der Pumpe entferne. Dies führt dazu, dass nur noch alle paar Tage einmal kurz nachgepumpt werden muss.
Ich bleibe dem Kocher im Herbst, Winter und Frühjahr definitiv treu. Für warme Sommermonate bleibt Spiritus natürlich unschlagbar. 