Beiträge von Patirou

    oder was spricht da dagegen?

    EU Richtlinien soviel ich weiss (das rollende Material soll ja liberalisiert werden).

    Es macht auch zu einem gewissen Grad Sinn beides aufzuteilen. Auf der einen Seite die Infrastruktur die zur Verfügung gestellt wird, auf der anderen Seite das rollende Material inkl. Wartung und Unterhalt und dessen Betrieb. Erlaubt eine bessere Transparenz (Wieviel kostet nun was und keine Mischrechnungen wo niemand mehr weiss, was nun was zuzuordnen ist).

    Ein Hauptproblem ist ja, dass man versucht im Ticketpreis Gesamtkosten abbilden zu wollen, obwohl es bei anderen Verkehrsmitteln nicht der Fall ist, und dann ganz empört tut wenn es subventioniert werden soll. Wieviel so ein Strassenpanzer/Flieger subventioniert wird, darüber spricht keiner.

    Ein Bild würde ich an deiner Stelle noch hinzufügen. Vielleicht wenn die neuen Laufräder dran sind?

    Sobald es aus der Werkstatt ist.

    J-Bend Speichen wirst du unterwegs finden, Straightpull in deiner Länge nicht. Die Reparatur selbst nimmt sich imho nichts.

    Habe ich damit gemeint.

    Ich vermute, du meinst temporär abziehen, also zB zur Reparatur der Speichen, dem reinigen & fetten des Freilaufs

    Richtig. wird korrigiert.

    Welcher Einsatzbereich (Temperatur ? Berge oder "nur" normal wandern ?)

    Soll man Sie vorne öffnen können damit man die Finger kurz benutzen kann (Smartphone z,B.) ohne dass man den ganzen Handschuh abziehen muss ?).


    Persönlich gehe ich da eher auf günstige - mit den Wanderstöcke sind die meist eh sehr schnell hinüber (1-2 Saison je nach Gebrauch), und ich nutze Sie auch zum Velofahren im Winter. Ist in dem Sinne "Verschleissmaterial". Teurere haben nicht mehr Haltbarkeit gezeigt.

    Naja- weil in diesen 100km 2/3 so viele Menschen wohnen wie in der ganzen Schweiz...Deutsche Reginalität

    Das kann man aber mit aufeinander abgestimmte Umsteigemöglichkeiten anbieten (oder dass der ICE z.B. abwechselnd in Mannheim und in Mainz hält). Ein Intercity Express ist nicht dafür gemacht, 3 Mal auf 100 km zu halten. Er kann gar nicht auf die Höchstgeschwindigkeit beschleunigen und ist somit Overkill (und für die Durchreisenden nervig, weil man statt 3-4 Stunden für Basel/Hamburg eher 6-8 Stunden braucht).


    Deshalb wird in der Schweiz ja auch kein ICE betrieben, macht für die kurze Distanzen einfach kein Sinn.

    Hallo zusammen,

    gerne würde ich euch das Riverside Touring 920 präsentieren. Im Netz gibt es sonst nur Marketing-Videos Review kurz nach Veröffentlichung, aber (meines Wissens nach) keine, die Mal wirklich lange Touren mit dem Ding gefahren sind. Ich möchte hier auch negative Punkte anmerken, die mir aufgefallen sind.

    Um welches Fahrrad geht es:

    Reiserad 29 Zoll Riverside Touring 920 Reifen Vittoria Terreno RIVERSIDE | Decathlon

    Angepriesen wird es als das sportliche Bikepackingfahrrad Ihrer Tourenradserie, die Sie vor knapp 4-5 Jahren veröffentlicht haben. Die Serie besteht aus dem 520er (für die kleine Wochentour gedacht), dem 900er (dem Welttourenbummler/Schwerlastesel), und dem hier präsentierten 920er (sportlich, eher Richtung Adventurebike, mit Dropbarlenker). Alle haben gemein, dass Sie mit dem gleichen Rahmen kommen.

    Wichtig: beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass es inzwischen neue Versionen vom 900er und 920er gibt (mit dem Zusatz ADVT). Die Preise sind deutlich höher, Ich führe das v.a. auf die neuen Laufräder zurück, die jetzt DT Swiss sind (eine Kritikpunkt von mir später). Dafür wird aber bei der Schaltung ein bisschen gespart (nicht mehr SRAM Rival 1 sondern Schimano, dafür mit grösserer Bandbreite). Das neue 920er kommt auch mit einem flachen Lenker. Sonst sind die Räder auf den ersten Blick Baugleich.


    Das Konzept:

    Das Rad erinnert an die Salsa's, halt viel günstiger. Erreicht wird es durch einen Rahmen aus Aluminium, und bei manchen Komponenten, die nicht auf Marken basieren (dazu später noch). Die Gabel ist aus Karbon. Es soll ein Gravel Bike fürs Reisen sein, wobei es auf dem Spektrum Gravel-Mountainbike ganz klar Richtung Mountainbike schielt. Mehr Komfort, grosse Reifenfreiheit (und auch schon sehr breite Reifen montiert), ein Nabendynamo vorne mit USB-Anschluss verspricht Unabhängigkeit vom Strom. Das ganze Rad wiegt ca. 12 kg.

    Interessant: die Gabel sowie der Rahmen haben eine lebenslange Garantie. Versprochen wird ein Systemgewicht von 170 kg.

    Zusätzlich zum Bike hatte ich folgendes von Decathlon:
    -Sattelstützengepäckträger bis max. 8kg
    -Lenkerrolle mit Harnisch und "Handtasche" (mit Klett fixiert)
    -Halbrahmentasche mit Tzip (mit Klett)
    -Verschraubbare Oberrohrtasche

    Inzwischen habe ich hinten den Tailfin Aeropack besorgt.

    Das sehr Positive:

    Ganz klar der Preis. Für damals 1600 CHF (in der EU der gleiche Preis in EUR, dass heisst knapp 10% günstiger) bekam man ein Vollausgestattetes Reiserad, mit Dynamo und USB-Lader, einem sehr hochwertigen Sattel und Gangschaltung. Vor allem die Möglichkeit recht breite Reifen (2.25er ab Werk, man kann mehr, aber für mich war das mehr als genug). Auch das versprochene Systemgewicht : das normale Gravelrad endet meist bei 100-110 kg. Für mich als damals 100 kg-Mann war das auch ein Verkaufsargument. Meine Ausrüstung ist zwar Ultraleicht, aber andere Räder haben es einfach nicht hergegeben. Decathlon besetzt damit eine Nische, wo normalerweise nur Framesets erhältlich sind, o. Räder die von allem nur das Beste haben (elektronische Schaltung, Carbon Rahmen etc.) und somit in einer ganz anderen Preisklasse unterwegs sind, sowie auch sonst nicht einfach zu bekommen sind in Europa - oder zumindest in der Schweiz. Dazu gab es passende Bikepacking Ausrüstung, die auch im Preis günstig sind und trotzdem gut halten (um die soll es jetzt aber nicht gehen).

    Man bekommt also ab Werk ein Fahrrad, was sofort funktioniert und was auch noch "erweiterbar" ist (neue Komponenten, andere Reifen etc.). Wenn man also noch nicht genau weiss, was man will, und auch nicht zuviel ausgeben will - für mich ein Nobrainer.

    Ich bin auch damit sofort quer durch Deutschland gefahren, (Schweiz - Dänemark, knapp 1'400 km), sowie kürzlich einmal durch den Osten (über 2'000 km), und noch etliche Touren nebenbei (Tages- und Wochenendtouren).

    Das Rad ist komfortabel, der Sattel von Haus aus gut. Man fliegt mit den breiten Reifen über Kies und Forststrassen. Geschwindigkeitsrekorde kann man nicht erwarten, dafür ist es aber auch nicht gemacht. Wurzelige Trails, kleinere Stufen, alles kein Problem. Befestigen von Gepäck: kein Problem. Der Dynamo funktioniert auch super (Achtung, mit Powerbank. Smartphone direkt aufladen weniger gut). Natürlich darf man auch kein Hardtail MTB erwarten, irgendwann machen zu zerklüftete Wege auch kein Spass mehr.

    Das Schwaltwerk funktioniert super. Einmal pro Saison eingestellt, musste ich das nicht mehr anfassen.

    Sehr positiv hervorzuheben : Tubeless Ventile, extra Schaltauge und Speichen werden gleich mitgeliefert.


    Das Nicht ganz so schöne - aber sicher eine Kompromissfrage wegen Preis:

    Für den Preis darf man halt auch nicht alles erwarten. Die Bandbreite der Kassette lässt ein bisschen zu wünschen übrig für ein Offroad Reisebike. Andererseits gibt es im Dropbar-Lenker Bereich zum Kaufzeitpunkt nicht viele günstige Optionen. Erst kürzlich hat SRAM die APEX mit 11-50 Kassette herausgebraucht. Sonst musste man meist auf elektronische Schaltungen umschwenken. Die kommen aber auch mit einem anderen Preispunkt. Sonst muss man sich durch die Drittanbieter-Liste wie Gabaruk, Ratio technologies oder anderem durchwühlen. Dass das ein Grosshersteller wie Decathlon nicht macht, ist klar.
    Auf dem Flachen ist es überhaupt kein Problem, bei mir im Jura wo es sehr schnell sehr steil wird wenn man aus den Tälern herausgeht schon.

    Die Reifenwahl liess auch zu wünschen übrig. Es kamen die Vittoria Terreno Dry in 2.25''. Sehr gute Reifen, leider sind Sie, sobald es ein bisschen matschig wird, durch den Slick-Anteil überhaupt nicht mehr geeignet. Des weiteren sind Sie auch als XC-Race Reifen angepriesen. Daher sind sie entsprechend dünnwandig an der Flanke und halten nicht ganz so lange. Besser wäre ein Vittoria Mezcal gewesen, welcher im gleichen Preisrange ist, jedoch deutlich langlebiger daherkommen würde und versatiler wäre im Gelände.

    Der Dynamo ist nach ca. 10'000 km durch. Die Lager haben Spiel gekommen. Ist für einen Dynamo dieser Preisklasse normal. SON gibt lebenslange Garantie auf Ihre Dynamos, und wären sicher die bessere Wahl. Ist natürlich einen anderen Kostenpunkt.

    Auch das Tretlager wird ersetzt da es anfängt, Spiel zu haben, da kann ich nicht wirklich beurteilen, ob das im Rahmen des Verschleiss liegt. Ich nehme an ja.

    Die Achsen für die Räder sind vorne 100 mm und hinten im 142 mm Standard, und somit eher der Strassenstandard als MTB- Standard. Das schränkt die Wahl bei Laufradsätzen mit breiterer Felge ein bisschen ein. Auch hier eine Preisfrage : dadurch kann der selbe Rahmen für 3 Versionen des gleichen Rades verwendet werden. Mit ein bisschen Mehraufwand bekommt aber das, was man möchte bzw. braucht.


    Das wirklich nicht Schöne:

    Die Laufräder : Das Hinterrad ist bei mir 2x an der Felge gerissen. Das erste Mal auf Garantie gewechselt, jetzt kommt ein komplett neuer Laufradsatz (auf meine Kosten). Die 170 kg habe ich nicht annähernd angekratzt. Da man bei den LR eh das meiste rausholen kann, würde ich nicht sagen, ein Killerkriterium für den Kauf. Aber man muss es einrechnen, dass er relativ flott fällig wird. Jetzt kann ich gleichzeitig grad den Dynamo upgraden und einen neuen Freilauf einbauen lassen (XDR für die 10-52er Eagle Kassette). Das neue 920er hat übrigens auch neue Felgen von DT Swiss, ist also entsprechend korrigiert. Das Systemgewicht ist neu mit 140 kg angegeben, immer noch mehr als ausreichend für eine UL Ausrüstung.

    Der Montagepunkt für einen Gepäckträger ist nicht im rechten Winkel zur Längsachse. Somit ist die Auswahl Gepäckträger recht eingeschränkt. Der Ortlieb Quickrack ist übrigens gar nicht möglich. Für mich komplett unerklärlich und ein kompletter Design-Flaw. Ich brauche Ihn zwar nicht - aber dass das nicht gesehen wurde ist wirklich blöd. Auch das ist in der neuen Version anscheinend korrigiert.


    Das wechsele ich jetzt aus:

    • Die Laufräder: kommen neue DT Swiss drauf (AM Felge aus Alu, 32 Speichen), immer noch J-Bend für bessere Reparierbarkeit, und einer Nabe wo der Abzug der Kassette ohne Werkzeug funktioniert. Des weiteren wird ein SON-Dynamo eingespeicht. Carbon Felgen machen für meinen Anwendungsbereich keinen Sinn (vom Preis reden wir noch nicht)
    • Gangschaltung: ich habe das Ratio-Technology Kit bestellt  Damit kann ich die Rival 1 Schaltwerk und Schalthebel auf 12x Fach und kompatibel mit 10-52 er Kassette machen (ab Werk 11-42er). Mehr Bandbreite, mehr Berge. Viel günstiger, als eine AXS Gangschaltung zu montieren, und ich möchte weiterhin auf mechanisch bleiben, da ich nicht noch ein elektronisches Gerät mehr haben möchte (mit extra Ladegerät). Die Kurbel belasse ich vorerst bei 32. Für mich im Moment der richtige Kompromiss zwischen Geschwindigkeit bergab (bis 30-35 km/h kann man mittreten) und bergauf sollte es mit der neuen Kassette genug ermöglichen.
    • Reifen habe ich im Rahmen des Verschleiss ausgetauscht, einen Exkurs auf 2.1'' Reifen, jetzt zurück auf 2.25'' Reifen. Das sind für mich die Richtigen. Bin mit den Vittoria Mezcal unterwegs.

    Damit sollte ich meinem "Dreambike" sehr nahe kommen. Der Tausch des Laufradsatzes kann man beim Kauf des alten Riverside einberechnen. Der Rest ist eher Optimierung auf meinen Anwendungsfall. Da die Kassette und Kurbel sowieso durch sind, ist es auch eher ein Teil Werterhalt und nicht nur Upgrade-oder wie redet man sich 1'500 CHF schön. Ein neuer LRS auf Mass sind in der Schweiz 800 CHF, dazu knapp 300 CHF für den SON Dynamo, neue Kurbel und Kassette sind in den 1'500 CHF auch dabei, sowie der Umbau des Shifters und des Schaltwerks und sonst noch ein paar Kleinigkeiten (Ersatz Lenkerband, neue Rotoren etc.). Mit 400 CHF für einen anständigen LRS wäre man sicher auch dabei, und ist dann immer noch weit unter dem Budget für Markenräder in der Klasse.


    Fazit
    Man bekommt ein Rad, was sonst ein Nischenprodukt ist für sehr günstig und ab Werk sehr gut ausgestattet. Die einzigen wirklichen Mankos ist der Montagepunkt für den Gepäckträger und die Laufräder. In der neuen Version scheinen diese aber behoben (jedoch mit höherem Preis und keinen DropBar Lenker mehr).

    Einige Design-Kompromisse sind nicht ganz schlüssig : wieso Leichtbaureifen für Race-Anwendung bei einem Reiserad ? Wieso einen eher teuren Sattel auf einem Budget-Rad (in meinem Fall OK da er passt, aber schade für Leute die Ihn auswechseln müssen), wieso eine Rival 1 (mit einer Apex wäre man sicher auch gut unterwegs - und günstiger).

    Am Ende habe ich aber ein Rad bekommen, was a/ sehr viel Spass gemacht hat und b/ mir sehr günstig den Weg ins Bikepacking ermöglicht hat. Ich kann es jetzt nach meinem Gusto erweitern und für meinen Anwendungsfall optimieren. Und davor möchte ich doch den Hut ziehen.



    Neue Laufräder - Neues Lenkerband


    Kassette mit Umrüstkit


    Neuer SON-Dynamo

    Ja genau, weil pro Sitzplatz 100-200 CHF Subvention anfallen würden (47 MCHF über 5 Jahre, finanziert aus CO2-Abgaben)

    Tönt nach viel Geld, gleichzeitig kriegt der Flugverkehr 1.6 Milliarden CHF/a.


    Ist letztendlich aber schon ein berechtigte Frage : wieviel der Kosten der Mobilität wird der Gesellschaft als ganzes angelastet. Natürlich sollen dann alle gleich behandelt werden. Und im Moment scheint es so, dass v.a. die Schiene benachteiligt wird.


    Übrigens es gibt schon den Nachtzug Zürich-Hamburg, der macht aber in meinen Augen relativ wenig Sinn, da die ICE-Verbindung relativ gut ist (knapp 8h Fahrt mit mehreren Optionen pro Tag), die Kosten für den Nachtzug aber sehr viel höher sind (im Ticketpreis). Ich wollte es mehrmals ausprobieren, aber fast unmöglich einen Platz zu bekommen (ca. 2 Monate im Voraus) und der Preis dann fast 3x so teuer war wie der ICE.
    Das einzige was mir beim ICE nicht ganz in den Sinn kommt: wieso muss der so oft halten ? (und zwar Teilweise 2-3x innerhalb 100 km im Raum Frankfurt). Das hat wohl was mit deutscher Regionalität zu tun...

    Habe mich auch gewundert. Mir haben mehrere gesagt, an der Saale sei es wunderschön. Ich habe es halt überhaupt nicht so empfunden (ich bin auch dem Saale-Ilm Radweg gefolgt). Eventuell ist es dem Wetter geschuldet, was nicht so einladend war. Aber die Routenführung des Radwegs war dann wohl auch nicht so optimal (und meine Routenplanung).
    Ich kenne die Gegend nicht, daher kann es schon sein, dass ich da was verpasst habe. Ziemlich sicher sogar. Die geplante Route hat mich an Naumburg vorbeigeführt, obwohl es doch eine schmucke Altstadt hat (den Fotos her). Dies habe ich schon öfters bemerkt, viele Orte werden einfach mal Links liegen gelassen vom offiziellen Radwegenetz. Wenn man dann nicht kennt und ein bisschen schnell plant, ist schnell mal was verpasst (andererseits, man kann eh nicht alles sehen und zeitlich war ich dann schon knapp)

    Tag 14 - Mit Vollgas nach Hause
    Route
    Tuttlingen-Blumberg-Tiengen-CH/D-Koblenz-Brugg AG
    99 km, 510 hm+, 810 hm-

    Der letzte Abschnitt der Tour. Der Morgen ist grau, mit Eifer fahre ich die letzte grosse Steigung nach Blumberg hinauf, wo ich das Die Wasserscheide Donau/Rhein quere.


    Letzter Blick ins Donautal

    Ab da geht es mit Karacho den Berg hinunter. Mein Tacho zeigt über 90 km/h an. Leider auf einer Bundesstrasse, es macht aber trotzdem spass, die Autos hinter sich zu lassen. Vor allem wenn man bei der Deutschlandquerung den gleichen Weg in die andere Richtung gemacht hat und sich an die Mühen erinnert.

    Ich erreiche die Wutach bis nach Stühlingen (erste Etappe Schluchtensteig) und dann Tiengen, wo ich über den Rhein setze und somit wieder zu Hause in der Schweiz bin. Den Abschnitt an der Wutach fliege ich nur so dahin und es macht richtig Laune. Dass es dabei auch immer Bergab geht hilft natürlich. Den Weg von Koblenz aus kenne ich zur Genüge, da es der Standardweg für meine Touren in den Schwarzwald sind. Am Klingnauer Stausee vorbei. Ab hier geht es wieder leicht bergauf und ich spüre auch wieder meine Beine, die mir langsam "nun ist aber genug" melden.


    Über den Rhein, nur noch knapp 20 km

    Ich komme gegen 1300 an und mache, was ich sonst nie mache. Sofort alles aufräumen, aufhängen Zelt und Schlafsack zum trocknen, Rad reinigen etc. Meine Frau pflege ich nebenbei, da Sie beim halten der Stellung eine starke Erkältung eingefangen hat.


    Am Sonntag dann noch die Beine hochlegen, bevor es am Montag leider wieder mit sowas wie "Job" losgeht. (Beim anschauen der Email-Box grad gedacht : "fuck it - ich fahr wieder los".


    Feuer frei - ich bin fertig. (Noch nicht Korrektur gelesen)

    Tag 13 - Oberes Donautal
    Route
    Dellmensingen-Ehingen-Lauterach-Reidlingen-Siegmaringen-Friedingen-Tuttlingen
    138 km, 690 hm+, 530 hm-

    Die vorletzte Etappe ist mit dem tschechischen Teil Landschaftlich wohl am schönsten. Das obere Donautal hat es wirklich in sich. Nachdem ich mich durch das Frühstückbuffet gewühlt habe, schaffe ich es recht zeitig loszufahren. Während der Morgen durch Nebel geprägt ist, lichtet er sich rasch und ich habe meinen ersten richtigen Sonnentag auf der Tour ! Dazu noch der landschaftliche Leckerbissen des oberen Donautals mit Klippen, Burgen hoch oben auf Tafeln, gepaart mit einem Anfang von Indian Summer durch das buntwerdende Laub. Die Ebene wird zum Tal und dann langsam zur Schlucht. Ab Friedingen merke ich auch, dass die Donau auf einmal immer kleiner wird, obwohl keine nennenswerte Nebenflüsse sichtbar sind. Der mächtige Fluss aus Ulm verschwindet einfach. Eine Infotafel klärt auf, die Donau versinkt hier seit kürzerer Zeit (im geologischen Sinne) und ein Teil wird unterirdisch unter der Wasserscheide Europas zum Rhein geleitet. In manchen Jahren versinkt die Donau anscheinend sogar ganz. Davon hatte ich nie gehört, und es ist anscheinend auch ein weltweit einzigartiges Phänomen.

    Kurz vor Tuttlingen erreiche ich dann auch die 100 km Marke vor meiner Ankunft.


    Erst Nebel


    Dann Sonne, hier bei Riedlingen


    Schloss Siegmaringen


    Klippen Oberes Donautal


    Noch mehr Sonne



    Wo ist die Donau auf einmal hin ?


    Konnte mich gar nicht satt sehen

    Tag 12 - Geopark Ries und Donau
    Route
    Großenried-Wassertrüdingen-Nördlingen-Lauingen (Donau)-Günzburg-Ulm-Dellmensingen
    147 km, 770 hm+, 730 hm-

    Nach dem anstrengenden Tag von gestern ging es auch gleich wieder mit ein paar anstrengenden Steigungen durch den Wald los. Zwar nicht auf zerklüfteten Waldstrassen und -Trails, sondern auf einem auf schön asphaltierten Radwegen. Ab Wassertrüdingen ging es flach über Landstrassen und Feldwegen über Öttingen und Nordlingen. In den Feldern ein Haufen von Störchen im Nebel.


    Tor Wassertrüdingen


    Einfahrt in Öttingen


    Ein Schwarm (?) Störche von vielen in der Nähe von Nördlingen

    Ab Nördlingen ging es dann auch auf einmal steil bergauf und quer durch den Wald. Nicht so anstrengend und um einiges schöner als gestern. In Erinnerung bleibt mir eine verlassene Klosteranlage bei Ederheim. Wie in Tschechien ragt die Ruine auf einmal aus dem Wald, fast ohne jegliche Vorwarnung.


    Klosteranlage in Ederheim

    In Lauingen mit dem für die Grösse der Stadt markanten Turm erreiche ich die Donau. Was auffällt, ist der schwarze fruchtbare Boden auf den Äckern. Intensiver Getreideanbau prägt daher die Landschaft, kleinere Ortschaften säumen die Donau. Ich folge der Donau flussaufwärts, und der flache, gute Weg ermöglicht mir ein schnelles vorankommen. Die Einfahrt nach Ulm ist öde und ist im starken Kontrast zur beeindruckenden Altstadt, doch ich halte nicht an und folge der Donau weiter bis zum kleinen Dorf Dellmensingen, wo ich übernachte.


    Altstadt Lauingen


    Höhöhö


    Altstadt Ulm

    Tag 11 - Durch die Fränkische Schweiz und Main-Donau Kanal
    Route
    Burgkunststadt/Altenkunststadt-Ebermannstadt-Hausen-Fürth-Ansbach-Großenried
    152 km, 1'160 hm+, 1'000 hm-

    Dies war eher eine Transferetappe. Die Fränkische Schweiz war nicht sehr spektakulär, es ging durch Wälder hoch und runter. Die Wege waren schwierig und forderten viel von mir ab. Zu sehen gab es nicht viel. Ich kämpfte mich mühselig über schlechte Waldwege. Umfuhr Schlammlöcher und Traktorspuren.

    Bei Hausen erreiche ich den Main-Donau Kanal. Auch hier: nicht viel zu sehen. Dafür geht es um einiges schneller voran. Ich spüre zwar die Anstregung der Tage die sich ansammelt, aber ich habe noch genügend Energie. Ich erreiche die Innenstadt von Fürth, welche ganz schick ist. Ich nehme Abschied vom Kanal und folge der Bibert Am Abend erreich ich dann Ansbach mit der Kaserne. Ein letzter schwieriger Anstieg durch die schmucklose Kleinstadt, und ich erreiche ein Hochplateau geprägt von intensiver Landwirtschaft. Ich folge einer grösseren Staatsstrasse. Zeltlatz finden scheint unmöglich.

    In Grossried finde ich spontan einen Gasthof. An der Tür eine Nummer. Ich rufe an, für "30 Euro auf die Kralle" übernachte ich dort, Kein Luxus, kein Komfort, dafür ein Bett am Ende eines anstrengenden Tages ohne grosse Highlights.


    Main-Donau Kanal bei Hausen


    Bugs Bunny was here ? Immer noch am Main-Donau Kanal


    Altstadt Fürth


    Auf der Hochebene hinter Ansbach

    Tag 10 -Über den Thüringer Wald
    Route
    Weimar-Kranichfeld-Pennewitz-Allersdorfer Höhe-Mellenbach-Oberweissbach-Neuhaus am Rennweg-Roter Berg-Tettau-Kronach-Burgkunststadt/Altenkunststadt
    150 km, 1'610 hm+, 1'540 hm-

    Nach einem fetten Frühstück vom Meister Trinolho ging es dann los. Das Wetter war zwar grau, der Wind hat sich jedoch gelegt und es regnete nicht. Erst fing es gemütlich an der Ilm an. Stetig aber kaum merkbar ging es immer weiter Bergauf. In Pennewitz erreichte ich dann den Fuss des Thüringer Waldes.


    Ehrlich jetzt ?


    Alte Mühle an der Ilm

    Von hier ging es steil hinauf in den Thüringer Wald. In einem ersten Schritt bis zur Allersdorfer Höhe. Auffällig sind die Ortschaften mit den Schieferziegeln an der Wand und auf den Dächern. Schwarz ragen die Ortschaften aus dem Wald hervor. Oben angekommen ging es auch sofort runter in einer rasanten Abfahrt Richtung Mellenbach.


    Schieferkirche in Mellenbach

    Am Tiefpunkt angekommen, ging es dann auch sofort wieder Steil hinauf zum Rennweg. Unten im Dorf machen sich zwei alte Lustig, als ich die Steigung langsam angehe mit einem "das wird da oben noch steiler" und mit einem Grinsen im Gesicht. Mit einem "ich weiss" trampelte ich weiter in die Pedale. In 5km ging es knapp 300 hm hoch, und das war nur das steilste Stück. Hechelnd gab ich dann auch irgendwann auf und fing an zu schieben. Notiz für später : ich brauch eine neue Kassette mit mehr Bandbreite

    Nach dem steilsten Stück bog ich auch von der asphaltierten Strasse ab und folgte Feldwegen durch abwechlungsreiche Landschaften : Wälder die wie im Harz langsam absterben und Platz für neues lassen. Hochebenen mit Gräsern die an Steppen aus Zentralasien erinnern. Sehr wild ging es dabei zu. Auch hier war ich wieder froh über die breiten Reifen. Regen vergangener Tage machten den Boden unberechenbar. Mal hart wie Stein, manchmal gab auf einmal der Untergrund in der Kurve nach. Das fahren war fordernd und machte spass. Ab Oberweissbach wurde es global flacher, aber erst ab dem Roten Berg hinter Neuhaus am Rennweg hatte ich es letztendlich geschafft. Ab dahin ging es über Tettau zurück auf eine Landstrasse Richtung Kronach. Der Thüringer Wald war nun hinter mir.


    Die Ostdeutsche Steppe im Thüringer Wald

    Kurz vor Kronach passierte ich die ehemalige Grenze. Hier wurde ich nochmal an die deutsche Genauigkeit erinnert.


    Auf die Minute genau !

    Altstadt Kronach

    Nach Kronach folgte ich dem flüsschen Rodach nach. Leider immer sehr dicht an der Bundesstrasse. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichte ich den Main bei Burgkunststadt/Altenkunststadt, wo ich in einem kleineren Hotel übernachtete.

    Tag 9 - An der Saale nach Weimar
    Route
    Leipzig-Weißenfels-Naumburg-Apolda-Weimar
    113 km, 590 hm+, 500 hm-

    Nach einem Tag Pause geht es mit einer kleinen Etappe weiter Südwestwärts. Trinolhohat sich als Trailangel angeboten, und für mich ist das es super, mit einer kleinen, einfachen Etappe an den Start zu gehen, bevor ich den Thüringer Wald Quere.

    Einfach ist gut, leider hatte ein gewisser "Gegenwind" wund meine Radhose was dagegen. Das Polster rutschte immer rum, und der Wind schlauchte mich total. Am Ende brauchte ich knapp 7 Stunden... Spannend war es auch nicht sonderlich, viel zu sehen gab es nicht. Es war eine kleine Transferetappe der Saale lang.


    Schönburg


    Bad Kösen


    Bisschen spät die Warnung... und ja, ich habe Sie gesehen


    Ein paar neugierige Kälber bei der Pause

    Weimar kannte ich nicht, und ich war sehr überrascht. Eine sehr schönes Städtchen was so einiges zu bieten hat.


    Marktplatz Weimar

    Dort im Fahrradladen mit einer neuen Hose eingedeckt, ein bisschen über die Tour mit dem Ladenbesitzer geschnackt. Snacks eingedeckt und dann mit Trinolho getroffen und Erfahrungen ausgetauscht, Material begrabbelt und alles was dazu gehört. Das und ein schöner Zwiebelbraten im Wirtshaus nebenan haben den anstrengenden Tag wieder vergessen gemacht und mich auf die nächsten, schwierigen Etappen vorbereitet.

    Tag 8 - Volle Kraft voraus ! Flach und schnell
    Route
    Štětí-Roudnice nad Labem-Ústí nad Labem-Děčín-CZ/D-Königstein-Dresden-Meissen-Riesa
    207 km, 660 hm+, 670 hm-

    Flach und flott war heute das Motto. Heute möchte ich in Leipzig ankommen-hat zwar nicht ganz geklappt, aber fast ! Die anstrengenden und langsamen Tage fordern nun Ihren Tribut, so dass ich es nicht mehr schaffen werde. und somit in Riesa auf den Zug springen werde. Aber alles der Reihe nach. Kurz nach Sonnenaufgang ging es los. Viel Elan und Motivation waren dabei. Die Strecke war schön, flach und ich flog auch nur so auf dem Radweg.

    In Roudnice nad Labem kam ich das erste Mal in Schwierigkeiten. Brücke für Verkehr gesperrt, man muss zu Fuss über die Elbe (wie aus Moldau Elbe wird, ist mir übrigens immer noch nicht ganz klar). Die Passage war Eng, entgegenkommende Fussgänger mussten sich an mir vorbeiquetschen. Kein Kommentar, trotzdem entschuldigte ich mich jedesmal. Die Stadt selbst ist schön, und an einem Wildwasser-Kanal findet die deutsche Meisterschaft der Kanuten statt (wieso da, keine Ahnung). Leider habe ich keine Zeit mir das anzuschauen, die Stimmung war aber gut. 8 Uhr morgens, die Musik schepperte, Zuschauer waren da.

    Immer weiter der Elbe (Labem) lang ging es nach Ústí nad Labem, der ersten grösseren Stadt nach Prag. Man merkt, die Ebene wird langsam zu einem Tal und im Norden erhebt sich so langsam das Elbsandsteingebirge am Horizont. Die ersten Steilen Hügel und Klippen säumen den Fluss. Ich fahre an der Stadt eher vorbei, muss mich wegen Baustellen noch den richtigen Weg suchen was relativ viel Zeit kostet.


    Burg in Ústí nad Labem

    Děčín ist die letzte Stadt vor der Grenze und bevor die Elbe das Gebirge durchbricht. Die Stadt ist am Fusse des Höhenzuges, der sich Quer vor der Elbe emporragt. Wie der Fluss da seinen Weg durchgefunden hat, kann ich nicht erraten. Die Stadt hat Charme, man merkt jedoch einen gewissen Niedergang. Speziell an der ziemlich verlassen anmutenden Flusshafenanlage, die im starken Kontrast zum Schloss dahinter steht.



    Impressionen Děčín

    Das Elbtal ist jetzt eher eine Schlucht, und der Fluss schlängel sich durch das Gebirge. Auf einmal bin ich in Deutschland, und ich merke es nur, weil auf einmal DB-Schilder am Radweg stehen, welcher parallel zur Linie Dresden-Prag läuft.


    und hopp, auf einmal in Deutschland

    So schnell man in dem schmalen Tal ist, ist man auch wieder hinaus. Bis nach Dresden ist es nicht mehr weit, aber das Tal wird sehr schnell weit, bis es eher eine Ebene wird. Auch hier habe ich Pech mit dem Wetter, war es davor bewölkt und grau, zieht kurz vor Dresden ein ziemliches Unwetter auf. Es hagelt sogar ein bisschen. Ich lasse mich davon nicht beirren, und radele weiter. Auf den Weg nach Dresden unterläuft mir leider ein Navigationsfehler. Ich verpasse eine Flussquerung, die ich zwar wieder korrigieren kann, jedoch muss ich dadurch eine nicht ganz so schöne Ausfallstrasse aus Dresden in Kauf nehmen. Dresden ist spektakulär, leider spielt das Wetter für schöne Fotos nicht mit. In Erinnerung bleiben mir das Feld zur Trinkwassergewinnung Flussaufwärts, sowie das Panorama, wenn man in die Stadt hineinfährt.


    Einfahrt Dresden - Die Weide rechts und links vom Radweg (nicht auf dem Bild sichtbar gehören zur Trinkwassergewinnung

    Ich folge der Elbe weiter bis Meissen über Nünchritz bis Riesa. Wegen Dunkelheit und Müdigkeit gebe ich hier auf, heute bis nach Leipzig zu radeln. Da ich dort den Tag mit meiner Cousine verbringen möchte, setze ich mich für die letzten 70 km in den Zug. Die Deutsche Bahn kommt zu spät. Ein Hase neben den Gleisen erheitert die Wartenden..


    Schloss Meissen


    Sonnenuntergang vor Riesa


    Den Sonntag verbringe ich in Leipzig. Ich finde die Stadt toll. Der Kanal mit seinem Park, das Jugendstilviertel und die Anzahl Fahrräder sind toll.

    Tag 7 -Kälte-Prag-wieder mal flache Stücke
    Route
    Nähe Chramosty-Čelina-Slapy-Štěchovice-Praha-Klecany-Štětí
    145 km, 880 hm+, 1'050 hm-

    Es wurde kalt in der Nacht. Und am morgen sah ich dann das:


    Ich Idiot

    Es war neblig, es war kalt. Der Tau ist gefroren. Das Zelt war auch zugefroren. Ich Idiot. Dementsprechend lange hat es gedauert, dass ich mich überwunden habe. Zum Glück war es nur oberflächlich. Trotzdem hat es lange gedauert, bis ich endlich auf der Strecke war.

    Der erste Teil ähnelte dem Vortag. Hochebene, leere. Hoch und runter. Und dann auf einmal ging es hinter Slapy fast nur noch runter. Und zwar rasant runter. Ich kam in Štěchovice an und ab hier wurde es deutlich einfacher. Der Weg folgte nun wirklich der Moldau, leider war es eine ziemlich breit ausgebaute Strasse, ohne abgetrennten Radweg. Ich kam entsprechend schnell voran, jedoch war es nicht ganz gemütlich. obwohl die meisten Auto- und LKW-Fahrer sehr geduldig waren und Abstand gelassen haben. Sowas erlebe ich in D oder CH weniger. Noch mit einer kleinen Fähre über die Moldau gesetzt (der Herr nahm Euro), und dann war es auf einmal soweit - ich fuhr in Prag ein. Komplett überwältigt von der Anzahl Leuten. Es war gegen Mittag, ich bin aber einfach weiter gefahren. Die Stadt hatte ich eh schon mal länger besucht, und es war in dem Moment einfach zu viel. Ein paar Fotos, die Architektur geniessen, aber immer weiter fahren.


    Fähre kurz vor Prag


    Impressionen Prag

    Kurz hinter Prag gab es eine kleine Fischbude, wo ich mir ein Fischsandwich gegönnt habe, und dann ging es weiter an Sandsteinformationen. Spannend, dies waren auch die Entlüftungen für einen Zugtunnel. Jedesmal wenn einer da durchgefahren ist, blies es gerade von der Seite an.


    Spannende Sandsteinformationen

    Die Sonne kam dann auch mal wieder, was dem ganzen noch mal Charme verlieh.

    Ein kleinen steilen Hügel gab es bei Klecany, und von da an flach an der Moldau lang bis nach Štětí. Von der Karte erhoffte ich mir ein schmuckes Städtchen (runde Ringstrasse die an eine Stadtmauer erinnert, kleine parallele Strassen). Es war aber eine 70er Jahre Blockstadt. Im Hotel übernachtet, wo ich das Zelt nochmal aufhängen konnte. Dann im Restaurant runter, wo die Küche mir, obwohl eigentlich schluss war, nochmal schnell was vorbereitet hat (inklusive leckerem Bier) ! Übrigens, so viele Fischer habe ich noch nie an einem Fluss gesehen. Das ist neben der Jagt ein Volkssport in Tschechien.


    Nachmittagssonne am Schloss


    Sonnenuntergang an der Moldau

    Tag 6 - Die Tschechische Idee eines Flussradwegs Teil 2
    Route
    Český Budějovice-Týn nad Vltavou-Zvíkovské Podhradí-Kamýk nad Vltavou-Nähe Chramosty
    125 km, 1'440 hm+, 1'470 hm-

    In tschechischer Manier geht es weiter. Es heisst zwar Moldauradweg. Die Moldau kriegt man aber kaum zu sehen. Das Wetter ist gleichbleibend grau, die Landschaft ist durch Felder, Wälder und (sehr) kleinen Ortschaften geprägt. So lange so ländlich habe ich selten erlebt, und das nicht irgendwo im hohen Norden oder in Gebirgsregionen, auch nicht in Wüsten, sondern mitten in Europa in einer anscheinend sehr fruchtbaren Gegend. Es erinnert mich an die Diagonale der Leere in Frankreich.

    Der Weg ist weniger anstrengend, da der Asphaltanteil höher ist. Auch ist es nicht mehr ganz so steil. Es ist jedoch immer noch sehr herausfordernd. Ich spüre wohl auch langsam die Akkumulation der Anstrengung.


    Hochebene, irgendwo, der Hochnebel lichtet sich langsam


    Kurze Pause, die Sonne ist da, die Maus lächelt


    Eine befestigte Fuhrt, es ist nicht die einzige. Das erhöht noch mal den Abenteuerfaktor


    Nochmal Hochebene, auch wieder irgendwo. Die Aussichten sind Phänomenal.


    Noch mehr Abenteuerfaktor, ich lasse mir die Furt nicht durch die Brücke nehmen. Knapp wäre ich stecken geblieben.


    Ich finde einen Campingspot Nähe Chramosty, einem kleinen Dorf Weiler. Unterkünfte finde ich in der Umgebung keine, und ich bin auch einfach fertig. Zuvor konnte ich noch das Wasser bei einem netten Paar auffüllen. Mit Händen und Füssen konnte ich mich mit Ihnen verständigen (und ein bisschen Google Translate). Wobei Aussprechen konnte ich das nicht, was da steht. Am Sonnenuntergang merke ich, dass es kalt wird in der Nacht. Ich denke dran, den Wasserfilter, die Powerbank und das Handy in den Schlafsack mitzunehmen. An meine Kleidung, die ich zum auslüften über das Velo gehängt habe, irgendwie nicht mehr.

    Campingspot, Nähe Chramosty. 

    Tag 5 - Die Tschechische Idee eines Flussradwegs
    Route
    Rohrbach-St. Oswald bei Haslach-A/CZ-Vodni Lipno-Loucovice-Vyšší Brod-Český Krumlov-Český Budějovice
    103 km, 1'440 hm+, 1'650 hm-

    Frühes Frühstück - Früh losfahren, und kein Nebel ! Das ist das erste Mal dass ich ohne Nebel starte. Es geht hoch hinauf zur tschechischen Grenze. Anstrengend. Ein Einheimischer versucht mir was zu erzählen, aber ich verstehe nur Bahnhof ! Quer über Wiesen, Kieswegen, geht es hoch und runter. Also vor allem hoch. Die Sonne scheint, ich freue mich schon auf die Grenze.


    Sonne am Morgen !

    Die Sonne währt aber nicht lange. Ich komme an der Grenze an - und zack Nebel und Wolken. Diese werden auch bis Prag so gut wie nicht verschwinden.



    Wasserscheid-Grenze-Nebel

    Während an der Österreichischen Grenze die Viehweiden dominiert haben, ist man jetzt im tiefen Wald. Es gibt keine Siedlungen auf tschechischer Seite. Klar, eiserner Vorhang und so, aber anscheinend war es davor schon eine durch die Holzindustrie geprägte Region. Ein Schwemmkanal für Holzstämme kann man sehen. Kalt ist es hier übrigens auch.

    Nach ein paar Kilometern komme ich dann am Vidno Lipno an. Ein Stausee, der Schluchseevibes hat. Grosse Fläche, Mittelgebirge, Tannenwälder so weit das Auge reicht. Ein paar Ferienwohnungen, sonst nichts. Schön ist es.


    Vido Lipno. Dass weisse ist kein Schnee, sondern Schaum.

    Am Staudamm kommt man bei Loucovice, einer kleinen Unscheinbaren Ortschaft. Es gibt nicht viel zu sehen, ausser der Moldau selbst. Hier rächt sich wieder meine schlampige Planung. Dachte ich dass, der Moldauradweg schön entlang der Moldau lang gehen würde, werde ich jetzt einem besseren belehrt. Alle 2-3 Stunden sieht man mal die Moldau, dazwischen nimmt man gefühlt jeden Hügel mit. Ist eine schöne Strecke. Es wechseln sich rasante Abfahrten über glatten Teer, aber auch steilen Forstwegen ab. Mit einem Gravel wäre ich hier überfordert, ich bin froh um meine 29" reifen. Ein Hardtail wäre in manchen Passagen mit faustgrossen Steinen nicht übertrieben gewesen. Die einzigen Fahrradfahrer die ich sehe sind mit Fully unterwegs.
    Entsprechend langsam komme ich voran. Lag ich bis jetzt gut in meiner Schätzung, werde ich an diesem Tag hart zurückgeworfen.
    Die Strecke ist aber wirklich schön. Man fährt durch Wälder und auf einmal tauchen ganze Klöster, Burgen oder sogar Ortschaften aus dem Nichts auf.


    Moldau nach dem Staudamm-noch recht schmal und klein


    Woher kommt auf einmal das Kloster mitten im Wald her (Vyšší Brod)


    Und die riesige Burg ? (Rožmberk nad Vltavou)

    Highlight ist Český Krumlov, mitten aus dem nichts taucht diese Stadt auf, mit einer charmanten Altstadt. Im Vergleich zu den tiefen Wäldern mutet es geradezu überlaufen an, der Eindruck täuscht jedoch durch den Kontrast. Selten so eine schöne Kleinstadt gesehen.


    Impressionen Český Krumlov

    Für mich geht es weiter nach Budweis. Hier übernachte ich in einem kleinen Hotel und esse in einer kleinen Lokalkneipe. Super-Urig. Das Pils ist lecker und dazu gibt es Gulasch mit Brotknödeln. Nach einer so anstrengenden Etappe mit so viel hoch und runter genau das Richtige ! Den Grossstadtflair nutze ich noch, um meine Vorräte an lokalen Snacks aufzufrischen, sowie Riegeln, Gummibärchen und M&Ms


    Impressionen aus Budweis


    Kaloooorieeeeeeeeen !