So eine Debatte fände ich in der Tat ganz hilfreich. Einfach weil es der Realität entspricht, dass wir uns über derlei Dinge Gedanken machen und manche (je nach Privilegien) auch müssen. Wir leben schließlich nicht in einem Vakuum. Es ist ein Unterschied, ob ich die politische Haltung einer Partei diskutiere oder Beweggründe, weshalb ich ein bestimmtes Gebiet lieber nicht bereise.
(An der Stelle sei mal angemerkt, dass der EB zwar kleine, aber denkwürdige, Teile Ostdeutschlands durchstreift, aber auch durch Tschechien, Polen, Slowakei und Ungarn führt, und alles nicht gerade Gegenden sind, die für ihre liberale Haltung gefeiert werden)
Hat aber nichts hier in meinem Reisebericht zu suchen!
Was die von Nelson ausgelöste Diskussion angeht, denke ich, dass hier noch ganz andere Mechanismen am Werk sind. Ich bin mit zwei Narzissten als Eltern groß geworden. Ich erkenne einen Narzissten, wenn ich ihn sehe. Ein Narzisst kann gar nicht anders, als alles Gesagte auf sich zu beziehen. Kommt es zum Streit, ist tendenziell alles ein Angriff auf seine persönliche Integrität. Er ist unfähig auf Gesagtes einzugehen und Argumente in ihrem tatsächlichen Umfang zu erfassen. Die eigene, verzerrte Wahrnehmung steht da dem reel Artikulierten scheinbar unüberwindbar im Wege. Gleichzeitig vermag er es nicht auch nur einen einzigen kohärenten, logisch klar durchstrukturierten Gedanken zu formulieren, auf den man als Gesprächspartner sinnvoll eingehen könnte. Der Ergebnis ist in aller Regel aussichtslose Frustration auf beiden Seiten.
Wer nicht das „Glück“ hatte unter solchen Umständen groß zu werden, der braucht sich nur das vermeintlich erratische Gebaren eines gewissen Präsidenten auf der anderen Seite des Atlantiks anschauen.